Ihr Ergebnis · Körperbild-Test: Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Körper?
Stark belastetes Körperbild (24–30 Punkte)
Der eigene Körper dominiert Denken, Fühlen und Planen – ein Ausmaß, das Unterstützung verdient. Körperbilder sind veränderbar, auch Ihres.
Was bedeutet dieses Ergebnis?
Mit 24 bis 30 Punkten haben Sie fast allen Aussagen weitgehend zugestimmt: Spiegel, Waage, Vergleiche, Vermeidung und ein an die Figur gekettetes Essverhalten prägen Ihren Alltag nahezu durchgängig. Ein Körperbild dieser Färbung ist keine Eitelkeit und keine Empfindlichkeit, sondern eine ernsthafte seelische Belastung, die nachweislich Lebensqualität, Beziehungen und Gesundheit beeinträchtigen kann.
In der klinischen Forschung finden sich derart hohe Ausprägungen gehäuft bei Menschen mit Essstörungen – die Störung des Körpererlebens gilt dort als Kernmerkmal von Magersucht, Bulimie und Binge-Eating-Störung – sowie bei der körperdysmorphen Störung, bei der einzelne Merkmale als entstellend erlebt werden. Beides muss auf Sie nicht zutreffen: Ein stark belastetes Körperbild kann auch für sich allein bestehen. Es verursacht dann trotzdem Leid, das behandelbar ist.
Die vielleicht wichtigste Information zu diesem Ergebnis: Körperbilder sind erlernte Wahrnehmungs- und Bewertungsmuster, keine Tatsachenbeschreibungen – und erlernte Muster lassen sich umlernen. Für Verfahren wie kognitive Verhaltenstherapie mit Körperbild-Modulen, angeleitete Spiegelübungen und Selbstmitgefühlstraining belegen kontrollierte Studien mittlere bis große Effekte, und zwar unabhängig davon, ob sich das Gewicht verändert.
Wie zeigt sich das im Alltag?
Bei dieser Intensität ist der Bewegungsradius meist schon deutlich geschrumpft. Viele Situationen gehen nur noch in „sicherer“ Kleidung oder gar nicht mehr: Schwimmbad und Strand sind gestrichen, Sport findet höchstens allein statt, Fotos werden verhindert, körperliche Nähe wird schwierig, weil Licht, Berührung und Blicke als Bedrohung wirken. Der Tag wird um den Körper herum geplant wie um eine Baustelle.
Innerlich läuft eine Dauerschleife: Der Körper ist oft der erste Gedanke nach dem Aufwachen und der letzte vor dem Einschlafen. Was Waage oder Spiegel am Morgen melden, legt die Stimmung des Tages fest. Konzentration auf Arbeit oder Gespräche fällt schwer, weil im Hintergrund ständig verglichen, gerechnet und geprüft wird – eine Form mentaler Dauerbeschäftigung, die erschöpft.
Typische Begleiter sind außerdem: heimliche oder streng geregelte Mahlzeiten, Scham beim Gedanken an Arztbesuche (und deshalb aufgeschobene Untersuchungen), Rückzug von Menschen, die früher guttaten. Nach außen sehen Angehörige oft nur die Absagen und den Rückzug – den Grund dahinter kennen die wenigsten, weil kaum etwas so schambesetzt ist wie dieses Thema. Genau diese Unsichtbarkeit macht Unterstützung von außen so wertvoll.
Was können Sie jetzt tun?
Bitte gehen Sie diesen Weg nicht länger allein. Ein guter erster Schritt ist ein Termin in Ihrer Hausarztpraxis, bei dem Sie ehrlich schildern, wie viel Raum Körpergedanken und gegebenenfalls Essensregeln einnehmen – auch damit mögliche körperliche Folgen früh geprüft werden können. Von dort führt der Weg bei Bedarf weiter in eine ambulante Psychotherapie oder, bei ausgeprägtem Essstörungsverdacht, in eine darauf spezialisierte Ambulanz.
Sie können den professionellen Einstieg auch direkt wählen: Psychotherapeutische Praxen bieten Erstgespräche in offenen Sprechstunden an, für die keine Überweisung nötig ist; bei der Terminsuche hilft bundesweit die Rufnummer 116 117. Speziell zu Essstörungen berät die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung anonym und kostenfrei am Telefon (0221 892031) und führt online ein Verzeichnis regionaler Beratungsstellen – ein geschützter Rahmen, um zu sortieren, was bei Ihnen los ist und welcher Hilfeweg passt.
Zwei Dinge noch für die Zeit bis dahin. Erstens Stabilisierung: regelmäßige Mahlzeiten ohne Kompensationslogik, die Waage außer Reichweite, eine eingeweihte Vertrauensperson, die Sie auch zu Terminen begleiten darf. Zweitens der Ernstfall: Sollte die Verzweiflung so groß werden, dass Gedanken auftauchen, sich etwas anzutun, wenden Sie sich sofort an die TelefonSeelsorge – erreichbar Tag und Nacht, gebührenfrei – oder bei akuter Gefahr an den Notruf 112. Solche Gedanken zeigen die Tiefe der Belastung an, nicht ihre Ausweglosigkeit.
Grenzen dieses Tests
Auch die höchste Stufe dieses Selbsttests ist keine Ferndiagnose. Der Fragebogen kann nicht unterscheiden, ob Ihre Belastung Teil einer Essstörung, einer körperdysmorphen Störung, einer Depression oder ein eigenständiges Muster ist – und genau von dieser Unterscheidung hängt die passende Behandlung ab. Sie gehört in ein persönliches diagnostisches Gespräch.
Beachten Sie zudem: Starker Leidensdruck färbt Selbstauskünfte global ein – in schlechten Phasen erscheint schnell alles als „immer“ und „voll zutreffend“. Das kann die Punktzahl etwas überzeichnen; es ändert aber nichts daran, dass Ihre Belastung real ist und eine sorgfältige Abklärung verdient.
Quellen
- Clement U, Löwe B (1996). Die Validierung des FKB-20 als Instrument zur Erfassung von Störungen des Körpererlebens. Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie, 46(7), 254–259.
- Brown TA, Cash TF, Mikulka PJ (1990). Attitudinal Body-Image Assessment: Factor Analysis of the Body-Self Relations Questionnaire. Journal of Personality Assessment, 55(1–2), 135–144.
- S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Essstörungen (AWMF-Register 051-026), Version 2, 2018.
Weitere mögliche Ergebnisse
- Entspanntes Körperbild (0–7 Punkte)
Ihr Verhältnis zum eigenen Körper ist überwiegend freundlich: Aussehen und Gewicht beschäftigen Sie gelegentlich, bestimmen aber weder Ihre Stimmung noch Ihr Verhalten.
- Gemischtes Körperbild (8–15 Punkte)
Zwischen guten und schlechten Körpertagen: Unzufriedenheit und Vergleiche melden sich regelmäßig, bestimmen Ihr Leben aber noch nicht durchgängig.
- Belastetes Körperbild (16–23 Punkte)
Figur und Aussehen beanspruchen täglich Denkzeit, steuern Kleidung, Fotos und womöglich das Essen. Es gibt erprobte Wege, diesen Druck zu verringern.