Körperbild-Test: Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Körper?
Zehn Aussagen zu Spiegelblick, Vergleichen, Vermeidung und Essverhalten zeigen Ihnen, wie entspannt oder angespannt Ihr Verhältnis zum eigenen Körper derzeit ist.
Worum geht es in diesem Test?
Das Körperbild umfasst mehr als die Frage, ob Ihnen Ihr Spiegelbild gefällt: Es beschreibt, wie Sie Ihren Körper wahrnehmen, welche Gefühle und Gedanken er auslöst und wie stark er Ihr Verhalten steuert – etwa bei der Kleiderwahl, beim Fotografiertwerden oder beim Essen. Dieser Selbsttest fragt zehn typische Erlebens- und Verhaltensweisen ab, von kritischen Spiegel-Momenten über Figurvergleiche bis zu Situationen, die Sie wegen Ihres Aussehens umgehen.
Aus Ihren Angaben entsteht ein Summenwert zwischen 0 und 30 Punkten, der einer von vier Stufen zugeordnet wird: von einem überwiegend entspannten bis zu einem stark belasteten Körperbild. Zu jeder Stufe erhalten Sie eine ausführliche Einordnung mit typischen Alltagsmustern, konkreten Übungen und – wo angebracht – Hinweisen auf professionelle Anlaufstellen.
Gedacht ist der Test für Erwachsene, die klären möchten, wie viel Raum Figur, Gewicht und Aussehen in ihrem Denken einnehmen: weil Fotos unangenehm geworden sind, das Schwimmbad Überwindung kostet oder die Stimmung zunehmend von der Waage abhängt. Er ist ein Einstieg in die Selbstbeobachtung, kein diagnostisches Verfahren – und er bewertet niemals Ihren Körper, sondern ausschließlich Ihr Verhältnis zu ihm.
Mögliche Ergebnisse
- Entspanntes Körperbild (0–7 Punkte)
Ihr Verhältnis zum eigenen Körper ist überwiegend freundlich: Aussehen und Gewicht beschäftigen Sie gelegentlich, bestimmen aber weder Ihre Stimmung noch Ihr Verhalten.
- Gemischtes Körperbild (8–15 Punkte)
Zwischen guten und schlechten Körpertagen: Unzufriedenheit und Vergleiche melden sich regelmäßig, bestimmen Ihr Leben aber noch nicht durchgängig.
- Belastetes Körperbild (16–23 Punkte)
Figur und Aussehen beanspruchen täglich Denkzeit, steuern Kleidung, Fotos und womöglich das Essen. Es gibt erprobte Wege, diesen Druck zu verringern.
- Stark belastetes Körperbild (24–30 Punkte)
Der eigene Körper dominiert Denken, Fühlen und Planen – ein Ausmaß, das Unterstützung verdient. Körperbilder sind veränderbar, auch Ihres.
Methodik & Hintergrund
Inhaltlich orientiert sich der Fragebogen an zwei etablierten Instrumenten der Körperbildforschung: dem deutschsprachigen Fragebogen zum Körperbild FKB-20 (Clement & Löwe 1996), der ablehnende Körperbewertung von vitaler Körperdynamik unterscheidet, und dem Multidimensional Body-Self Relations Questionnaire (MBSRQ) aus der Arbeitsgruppe um Thomas Cash, der neben der Bewertung des Aussehens auch dessen subjektive Wichtigkeit erfasst.
Abgefragt werden vier Facetten, die in der Forschung als Kennzeichen eines belasteten Körperbilds gelten: negative Bewertung des eigenen Aussehens, gedankliche Beschäftigung mit Figur und Gewicht, Kontroll- und Vergleichsverhalten (häufiges Wiegen, prüfende Blicke, Vergleiche in sozialen Medien) sowie Vermeidung von Kleidung, Fotos oder Situationen. Jede Aussage wird vierstufig von „trifft nicht zu“ bis „trifft voll zu“ beantwortet; zwei positiv formulierte Aussagen fließen umgekehrt in die Summe ein.
Die vier Auswertungsstufen sind inhaltlich begründet, aber nicht an klinischen Grenzwerten geeicht – validierte Cut-offs existieren für dieses Kurzformat nicht. Der Test kann Belastung sichtbar machen, jedoch weder eine Körperbildstörung noch eine Essstörung feststellen oder ausschließen. Wenn Ihr Essverhalten auffällig geworden ist (etwa strenges Fasten, Essanfälle oder Erbrechen), ist eine ärztliche Abklärung in jedem Fall der verlässlichere Weg als jede Punktzahl.
Häufige Fragen
Kann dieser Test eine Essstörung feststellen?
Nein. Er misst, wie belastet Ihr Verhältnis zum eigenen Körper ist – nicht, ob eine Essstörung vorliegt. Konkrete Warnzeichen wie längeres Fasten, Essanfälle, Erbrechen oder starker Gewichtsverlust gehören unabhängig von jeder Punktzahl in ärztliche Abklärung. Eine anonyme telefonische Erstberatung zu Essstörungen bietet die BZgA unter 0221 892031 an.
Was genau ist mit „Körperbild“ gemeint?
Der Begriff bezeichnet das innere Bild vom eigenen Körper mit vier Bausteinen: wie Sie ihn wahrnehmen, was Sie über ihn denken, welche Gefühle er auslöst und wie Sie sich seinetwegen verhalten. Es entsteht aus Erfahrungen, Kommentaren und Medienbildern – und ist nur locker an die tatsächliche Figur gekoppelt: Zwei Menschen mit gleicher Statur können völlig verschiedene Körperbilder haben.
Ist Unzufriedenheit mit der eigenen Figur nicht ganz normal?
Verbreitet ist sie auf jeden Fall – Befragungen zufolge möchte etwa jede zweite erwachsene Person an Gewicht oder Figur etwas ändern. Zur Belastung wird sie, wenn drei Dinge zusammenkommen: Die Gedanken beanspruchen täglich viel Raum, Sie meiden deshalb Situationen oder Kleidung, und Stimmung oder Essverhalten hängen spürbar am Spiegelbild. Genau diese Schwelle versucht der Test abzubilden.
Hilft Abnehmen gegen ein schlechtes Körperbild?
Meist weniger, als man erwartet. Studien zeigen, dass Körperzufriedenheit nur schwach mit dem tatsächlichen Gewicht zusammenhängt; die kritischen Wahrnehmungs- und Bewertungsmuster wandern nach einer Gewichtsabnahme oft einfach mit. Wiederholte Diätzyklen können die Unzufriedenheit sogar vertiefen. Wirksame Ansätze setzen deshalb an der Bewertung an – etwa Spiegelübungen, Abbau von Kontrollritualen und kognitive Verfahren.
Werden meine Antworten irgendwo gespeichert?
Nein. Die Berechnung Ihres Ergebnisses läuft vollständig auf Ihrem Gerät; es gibt weder ein Benutzerkonto noch eine Übertragung Ihrer Angaben an uns. Sie können den Fragebogen deshalb anonym und beliebig oft ausfüllen – etwa um nach einigen Wochen zu prüfen, ob sich Ihr Verhältnis zum Körper verändert hat.
Quellen
- Clement U, Löwe B (1996). Die Validierung des FKB-20 als Instrument zur Erfassung von Störungen des Körpererlebens. Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie, 46(7), 254–259.
- Brown TA, Cash TF, Mikulka PJ (1990). Attitudinal Body-Image Assessment: Factor Analysis of the Body-Self Relations Questionnaire. Journal of Personality Assessment, 55(1–2), 135–144.
- S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Essstörungen (AWMF-Register 051-026), Version 2, 2018.
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