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Ihr Ergebnis · Angst-Test: Wie stark sind Ihre Angstsymptome?

Mittelgradige Angstsymptome (10–14 Punkte)

Ihre Antworten deuten auf ein deutlich erhöhtes Angstniveau hin. Ab diesem Bereich empfehlen Fachleute, die Beschwerden professionell abklären zu lassen.

Minimale Angstsymptome (0–4 Punkte)0Leichte Angstsymptome (5–9 Punkte)5Mittelgradige Angstsymptome (10–14 Punkte)10Ausgeprägte Angstsymptome (15–21 Punkte)1521

Was bedeutet dieses Ergebnis?

Ein Wert zwischen 10 und 14 Punkten liegt über der Schwelle, die in der Forschung als klinisch relevant gilt. Der Wert 10 ist der am besten untersuchte Cut-off des GAD-7: In der Originalstudie erkannte er eine generalisierte Angststörung mit einer Sensitivität von 89 % und einer Spezifität von 82 %. Das heißt nicht, dass bei Ihnen eine Angststörung vorliegt – ein erheblicher Teil der Menschen mit Werten in diesem Bereich hat keine –, aber die Wahrscheinlichkeit ist erhöht, und die Beschwerdelast ist ernst zu nehmen.

Inhaltlich bedeutet dieser Bereich: Mehrere Kernsymptome – Nervosität, nicht abstellbare Sorgen, Anspannung, Unruhe, Reizbarkeit oder böse Vorahnungen – treten an mehr als der Hälfte der Tage auf. Angst ist damit kein gelegentlicher Gast mehr, sondern ein regelmäßiger Begleiter Ihres Alltags. Erfahrungsgemäß haben viele Menschen in diesem Bereich bereits begonnen, ihr Verhalten anzupassen: mehr Rückversicherung, mehr Aufschieben, erste Vermeidung.

Ein erhöhter GAD-7-Wert kann auch andere Ursachen haben als eine generalisierte Angststörung: Depressionen, Panikstörung, posttraumatische Belastung, körperliche Erkrankungen (z. B. Schilddrüsenüberfunktion), Nebenwirkungen von Medikamenten oder anhaltende reale Überlastung erzeugen ähnliche Symptommuster. Genau deshalb ist die fachliche Abklärung der sinnvolle nächste Schritt – sie klärt, was hinter den Beschwerden steckt.

Wie zeigt sich das im Alltag?

Im Alltag zeigt sich dieser Schweregrad meist an drei Stellen. Erstens Leistungsfähigkeit: Konzentration und Arbeitsgedächtnis leiden, weil ein Teil der mentalen Kapazität dauerhaft mit Sorgen belegt ist – Aufgaben dauern länger, Fehler häufen sich, Entscheidungen werden aufgeschoben. Zweitens Schlaf und Körper: Einschlafprobleme durch Gedankenkreisen, nächtliches Aufwachen, Verspannungen, Magen-Darm-Beschwerden, Herzklopfen oder Engegefühl sind häufige Begleiter. Drittens Beziehungen: Gereiztheit und das ständige Bedürfnis nach Rückversicherung belasten Partnerschaft, Familie und Freundschaften.

Charakteristisch ist außerdem die beginnende Vermeidung: Man sagt Termine ab, delegiert unangenehme Telefonate, meidet Nachrichten oder bestimmte Orte – kurzfristig entlastet das, langfristig bestätigt es der Angst ihre Berechtigung und vergrößert ihren Radius. Wenn Sie solche Muster bei sich bemerken, ist das kein Charakterfehler, sondern der typische Mechanismus, über den sich Angst aufrechterhält.

Viele Betroffene in diesem Bereich funktionieren nach außen noch weitgehend normal und zweifeln deshalb, ob ihre Beschwerden „schlimm genug“ für professionelle Hilfe sind. Die Antwort der Leitlinien ist eindeutig: Ab dieser Symptomlast ist Abklärung sinnvoll – nicht erst, wenn nichts mehr geht.

Was können Sie jetzt tun?

Der wichtigste Schritt ist ein professionelles Gespräch. Der einfachste Einstieg ist Ihre Hausarztpraxis: Dort können körperliche Ursachen ausgeschlossen und das weitere Vorgehen besprochen werden. Alternativ können Sie direkt eine psychotherapeutische Sprechstunde aufsuchen – jede Kassenpraxis bietet sie an, eine Überweisung ist nicht nötig. Termine vermittelt die Terminservicestelle unter 116 117 (telefonisch oder online). Sagen Sie dort ausdrücklich, dass Sie eine „psychotherapeutische Sprechstunde“ suchen.

Bis zum Termin müssen Sie nicht passiv bleiben. Die wirksamsten Sofortmaßnahmen: tägliche körperliche Aktivität (auch Spaziergänge zählen), ein festes Schlaffenster, deutlich reduziertes Koffein, und der bewusste Abbau von Sicherheitsverhalten – also lieber eine kleine gefürchtete Situation pro Tag aufsuchen als ihr ausweichen. Als Überbrückung gibt es zudem geprüfte digitale Programme gegen Angst (DiGA, „Apps auf Rezept“), die Ärztinnen und Psychotherapeuten verordnen können und deren Kosten die Krankenkassen tragen.

Zwei Situationen erfordern schnelleres Handeln: Wenn die Beschwerden Sie arbeitsunfähig machen oder sich rasch verschlechtern, gehen Sie zeitnah zur Hausärztin oder zum ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117). Und wenn Gedanken auftreten, sich etwas anzutun, wenden Sie sich sofort an die TelefonSeelsorge (0800 111 0 111, rund um die Uhr, kostenlos) oder in akuter Gefahr an den Notruf 112.

Grenzen dieses Tests

Auch in diesem Wertebereich stellt der Test keine Diagnose. Er kann nicht unterscheiden, ob Ihre Symptome Ausdruck einer Angststörung, einer Depression, einer körperlichen Erkrankung oder einer realen Ausnahmesituation sind – etwa einer akuten Krise, in der starke Anspannung eine normale Reaktion wäre. Diese Unterscheidung ist Aufgabe von Ärztinnen, Ärzten und Psychotherapeut:innen.

Bedenken Sie auch die Messunschärfe: Der GAD-7 hat wie jedes Screening falsch-positive Ergebnisse, und Tagesform, aktuelle Ereignisse oder die Art, wie streng man die eigenen Symptome bewertet, verschieben die Punktzahl um mehrere Punkte. Nehmen Sie das Ergebnis als klaren Anlass zur Abklärung – nicht als Urteil.

Weitere mögliche Ergebnisse

  • Minimale Angstsymptome (0–4 Punkte)

    Ihre Antworten deuten auf ein niedriges Angstniveau hin: Anspannung und Sorgen treten höchstens vereinzelt auf und beeinträchtigen Ihren Alltag derzeit kaum.

  • Leichte Angstsymptome (5–9 Punkte)

    Ihre Antworten deuten auf ein leicht erhöhtes Angstniveau hin: Anspannung und Sorgen sind spürbar präsent, im Alltag meist aber noch gut zu bewältigen.

  • Ausgeprägte Angstsymptome (15–21 Punkte)

    Ihre Antworten deuten auf eine hohe Angstbelastung hin. Bitte nehmen Sie dieses Ergebnis ernst und suchen Sie zeitnah professionelle Unterstützung – wirksame Hilfe existiert.