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Burnout-Test: Wie stark sind Ihre Warnsignale?

Zehn Aussagen zu den beiden Kernmerkmalen des Burnout-Syndroms: chronische Erschöpfung und wachsende innere Distanz zur eigenen Tätigkeit. Die Auswertung ordnet Ihre Warnsignale in vier Stufen ein – von unauffällig bis stark ausgeprägt.

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Worum geht es in diesem Test?

Müde nach einer anstrengenden Woche ist jeder einmal. Ein Burnout-Prozess unterscheidet sich davon durch zwei Merkmale, die dieser Selbsttest gezielt abfragt: Erstens eine Erschöpfung, die auch nach Wochenenden und Urlauben nicht mehr weicht. Zweitens eine schleichende Entfremdung von der Tätigkeit – aus Engagement wird Gleichgültigkeit, aus Identifikation wird Zynismus. Erst das Zusammentreffen beider Entwicklungen kennzeichnet das Syndrom; bloße Müdigkeit oder bloßer Frust allein genügen nicht.

Zu zehn Aussagen geben Sie jeweils an, wie stark diese für Sie gelten, und erhalten daraus einen Gesamtwert zwischen 0 und 30 Punkten. Vier Auswertungsstufen zeigen, ob Ihre Angaben unauffällig sind, erste Warnsignale erkennen lassen oder bereits ein deutliches bis starkes Belastungsmuster abbilden. Zu jeder Stufe gehören eine ausführliche Einordnung, typische Alltagssituationen, erprobte Gegenstrategien und eine klare Benennung dessen, was der Fragebogen nicht leisten kann.

Angesprochen sind alle, die regelmäßig arbeiten – angestellt, selbstständig, im Studium, im Ehrenamt oder in der Pflege von Angehörigen. Besonders lohnend ist der Test, wenn Sie merken, dass freie Tage ihre erholsame Wirkung verloren haben, oder wenn Menschen aus Ihrem Umfeld Sie verändert erleben: gereizter, abwesender, sarkastischer als früher.

Mögliche Ergebnisse

Methodik & Hintergrund

Die Aussagen orientieren sich an den beiden international am besten untersuchten Burnout-Instrumenten: dem Maslach Burnout Inventory (Maslach & Jackson 1981) und dem Oldenburg Burnout Inventory (Demerouti et al. 2003). Beide Verfahren messen als Kern des Syndroms die Dimensionen Erschöpfung und Distanzierung; das Oldenburger Instrument wurde in Deutschland entwickelt und enthält bewusst auch positiv formulierte Aussagen. Diesem Aufbau folgt der vorliegende Test: Fünf Aussagen betreffen Erschöpfung, fünf die innere Distanz, drei davon sind positiv formuliert und werden bei der Auswertung gespiegelt.

Theoretischer Hintergrund ist das Job-Demands-Resources-Modell (Demerouti et al. 2001): Burnout entwickelt sich demnach, wenn hohe Arbeitsanforderungen dauerhaft auf zu geringe Ressourcen treffen – etwa fehlenden Handlungsspielraum, mangelnde Anerkennung oder schwache soziale Unterstützung. Diese Sichtweise hat eine praktische Konsequenz, die sich durch alle Auswertungstexte zieht: Wirksame Gegenmaßnahmen setzen nicht nur bei der Person an, sondern immer auch bei den Arbeitsbedingungen.

Zur Einordnung gehört Ehrlichkeit: Burnout ist keine eigenständige medizinische Diagnose. Die Weltgesundheitsorganisation führt es in der ICD-11 als arbeitsbezogenes Phänomen (Code QD85), nicht als Krankheit. Wissenschaftlich anerkannte Schwellenwerte, ab denen ein Burnout „vorliegt“, existieren nicht – die vier Stufen dieses Tests sind deshalb Orientierungsbereiche, die den Grad Ihrer Zustimmung zu typischen Burnout-Merkmalen bündeln. Hohe Werte überlappen zudem stark mit depressiven Symptomen; ob dahinter eine behandlungsbedürftige Erkrankung steht, kann nur eine ärztliche oder psychotherapeutische Abklärung zeigen.

Häufige Fragen

Ist Burnout eine anerkannte Krankheit?

Nein. Die WHO führt Burnout in der ICD-11 unter dem Code QD85 als arbeitsbezogenes Phänomen, das die Gesundheit beeinflussen kann – nicht als eigenständige Erkrankung. In deutschen Praxen wird es meist als Zusatzinformation (etwa „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“) neben einer Hauptdiagnose wie Depression oder Anpassungsstörung dokumentiert. Für Sie praktisch relevant: Behandlung und Krankschreibung sind trotzdem ohne Weiteres möglich, weil die zugrunde liegenden Beschwerden behandelt werden.

Worin unterscheidet sich Burnout von einer Depression?

Burnout ist definitionsgemäß an den Arbeitskontext gebunden: Erschöpfung, Distanz und Leistungseinbußen beziehen sich auf die Tätigkeit, während andere Lebensbereiche anfangs oft noch Freude bereiten. Eine Depression erfasst dagegen das gesamte Erleben – Stimmung, Antrieb und Interesse sind bereichsübergreifend gedrückt. In fortgeschrittenen Stadien verschwimmt diese Grenze allerdings stark, und viele Betroffene erfüllen beide Bilder gleichzeitig. Die Unterscheidung gehört deshalb in professionelle Hände.

Kann ich ein Burnout entwickeln, obwohl ich nicht angestellt bin?

Ja. Die WHO-Definition bezieht sich zwar formal auf den beruflichen Kontext, die Forschung zeigt das Syndrom aber ebenso bei Selbstständigen, Studierenden, pflegenden Angehörigen und Menschen mit intensiver Familienarbeit. Entscheidend ist nicht der Arbeitsvertrag, sondern das Muster: dauerhafte Anforderungen ohne ausreichende Erholung, Anerkennung und Gestaltungsspielraum. Beantworten Sie die Fragen dieses Tests in solchen Fällen einfach mit Blick auf Ihre Haupttätigkeit.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten einer Behandlung?

Die gesetzlichen Kassen bezahlen Psychotherapie, wenn eine behandlungsbedürftige Störung wie Depression, Angststörung oder Anpassungsstörung festgestellt wird – was bei ausgeprägten Burnout-Beschwerden häufig der Fall ist. Der Einstieg läuft über die psychotherapeutische Sprechstunde, die Sie ohne Überweisung besuchen können. Zusätzlich bezuschussen die Kassen zertifizierte Präventionskurse zu Stressbewältigung und Entspannung, und die Rentenversicherung trägt psychosomatische Rehabilitationen.

Wie lange dauert die Erholung von einem Burnout?

Das hängt stark vom Stadium ab. Frühe Warnsignale bessern sich oft innerhalb weniger Wochen, wenn Arbeitsmenge und Erholung korrigiert werden. Ausgeprägte Erschöpfungszustände brauchen dagegen meist mehrere Monate; Krankschreibungen von sechs Wochen bis zu einem halben Jahr sind keine Seltenheit, und die Wiedereingliederung erfolgt idealerweise stufenweise. Wichtiger als das Tempo ist die Nachhaltigkeit: Wer nur die Symptome auskuriert, ohne die Ursachen zu verändern, hat ein hohes Rückfallrisiko.

Quellen

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