In welchem Jahrzehnt hätte ich leben sollen? Der Zeitreise-Test
Falsch geboren? Kommt vor. Vielleicht gehörten Sie auf ein Protestplakat der 60er, in einen Bulli der 70er, unter die Neonröhren der 80er oder auf das Sofa der 90er. Sechzehn Fragen kaufen Ihnen das Ticket für die Zeitmaschine.
Worum geht es in diesem Test?
Dieser Test spielt mit einer Frage, die auf jeder Mottoparty irgendwann fällt: In welche Ära hätten Sie eigentlich wirklich gepasst? Vier Jahrzehnte treten gegeneinander an – die politisch bewegten 60er, die freiheitsdurstigen 70er, die glitzernden 80er und die lässig-ironischen 90er. Jede Dekade wird über vier Aussagen zu Werten, Geschmack und Lebensgefühl abgefragt.
Nach der Auswertung erhalten Sie das Jahrzehnt mit der größten Übereinstimmung, dazu ein ausführliches Porträt: welches Lebensgefühl Sie dorthin zieht, wie Ihre Vorlieben heute im Alltag durchschimmern und wie Sie sich die besten Zutaten Ihrer Wahl-Ära in die Gegenwart holen – ganz ohne Zeitmaschine und ohne die Frisurenrisiken von damals.
Nebenbei lernen Sie etwas über sich selbst: Sehnsucht nach einer bestimmten Epoche erzählt selten etwas über Geschichtskenntnisse, aber viel darüber, welche Werte Ihnen heute fehlen oder besonders wichtig sind. Genau diese Spur verfolgen die sechzehn Fragen.
Mögliche Ergebnisse
- Ihr Jahrzehnt: die 60er – Aufbruch mit Haltung
Protestplakat statt Sofakissen: Ihr Herz schlägt für eine Zeit, in der man ernsthaft glaubte, gemeinsam die Welt umbauen zu können – und es teilweise sogar tat.
- Ihr Jahrzehnt: die 70er – Freiheit auf vier Rädern
Bulli, Batikhemd und ein Plattenspieler mit Knistern: Sie gehören in die Ära, die Selbstverwirklichung erfand, bevor das Wort in Ratgebern landete.
- Ihr Jahrzehnt: die 80er – Neonlicht und Vollgas
Synthesizer im Ohr, Schulterpolster im Schrank, Ziele an der Wand: Sie gehören in die Dekade, die groß dachte, laut feierte und Understatement für einen Übersetzungsfehler hielt.
- Ihr Jahrzehnt: die 90er – Lässigkeit als Lebenskunst
Mixtape, Turnschuhe und ein Achselzucken, das ganze Debatten beendet: Sie gehören in die Ära, die Coolness nicht spielte, sondern einfach hatte.
Methodik & Hintergrund
Hinter dem Spiel stecken zwei ernsthafte Forschungslinien. Die Nostalgieforschung um Constantine Sedikides und Tim Wildschut zeigt, dass Sehnsucht nach Vergangenem – sogar nach Zeiten, die man nie erlebt hat – eine psychologische Funktion erfüllt: Sie stiftet Sinn, Zugehörigkeit und Trost. Und Shalom Schwartz hat mit seiner Werteforschung beschrieben, wie sich Menschen weltweit an Grundwerten wie Selbstbestimmung, Leistung, Tradition oder Stimulation orientieren.
Wir haben diese Motive frei und augenzwinkernd auf vier Jahrzehnte übertragen: Engagement und Gemeinschaft stehen für die 60er, Freiheit und Selbstausdruck für die 70er, Leistung und Stimulation für die 80er, Gelassenheit und Ironie für die 90er. Das ist eine unterhaltsame Selbsteinschätzung mit wissenschaftlichen Anleihen, keine historische Diagnose – ein psychometrisch geprüftes Verfahren zur Dekadenzuordnung existiert schlicht nicht.
Technisch läuft es so: Pro Jahrzehnt sammeln vier Aussagen jeweils null bis drei Punkte. Gewonnen hat die Dekade mit dem höchsten Anteil ihrer erreichbaren Punktzahl. Bei exaktem Gleichstand entscheidet die Chronologie – die 60er stechen die 70er, diese die 80er und so weiter. Ihr Ergebnis lesen Sie also am besten als Tendenz, nicht als Urteil.
Häufige Fragen
Kann man sich wirklich nach einer Zeit sehnen, die man nie erlebt hat?
Ja – die Forschung nennt das historische Nostalgie. Studien der Arbeitsgruppe um Sedikides und Wildschut zeigen, dass Sehnsucht nach fernen Epochen ähnliche Wohlfühl-Effekte auslösen kann wie Erinnerungen an die eigene Jugend: Sie stiftet Sinn, Zugehörigkeit und Trost. Die Vorstellung von den 70ern speist sich dann aus Filmen, Musik und Erzählungen – ein kuratiertes Best-of, das gerade deshalb so anziehend wirkt.
Wie berechnet der Test mein Jahrzehnt?
Jede der vier Dekaden wird über vier Aussagen abgefragt, die Sie auf einer Skala von null bis drei Punkten bewerten. Am Ende gewinnt das Jahrzehnt mit dem höchsten Anteil seiner maximal erreichbaren Punktzahl. Stehen zwei Dekaden exakt gleich, entscheidet die zeitliche Reihenfolge zugunsten der früheren. Ihr Porträt beschreibt also Ihre stärkste Tendenz – die anderen Epochen schwingen fast immer mit.
Waren die Jahrzehnte damals wirklich so, wie der Test sie zeichnet?
Nein, und das ist Absicht: Der Test arbeitet mit den popkulturellen Postkartenmotiven der Epochen, nicht mit Geschichtswissenschaft. Die echten 60er bis 90er enthielten Krisen, Alltagssorgen und je nach Land völlig unterschiedliche Erfahrungen. Nostalgie funktioniert wie ein Weichzeichner – genau diesen Effekt nutzt das Quiz spielerisch, um über Ihre heutigen Werte zu sprechen.
Warum stehen nur die 60er bis 90er zur Auswahl?
Diese vier Jahrzehnte haben besonders scharfe, allgemein bekannte Lebensgefühl-Profile: Aufbruch, Freiheit, Glanz und Lässigkeit lassen sich sauber voneinander abgrenzen. Die 2000er und 2010er sind für viele noch zu nah, um als Sehnsuchtsorte zu taugen, und frühere Epochen kennen die meisten nur aus dem Schulbuch. Vier klar unterscheidbare Optionen liefern außerdem das aussagekräftigste Spielergebnis.
Steckt hinter dem Ergebnis ein wissenschaftliches Verfahren?
Nur als Inspirationsquelle: Die Fragen greifen Motive aus der Nostalgie- und Werteforschung auf, etwa von Sedikides und Schwartz. Ein geprüftes Instrument zur Zuordnung von Menschen zu Jahrzehnten gibt es nicht und wird es vermutlich nie geben – der Test ist Unterhaltung mit psychologischem Augenzwinkern. Wer seine Werte systematisch erkunden will, greift besser zu validierten Wertefragebögen.
Quellen
- Sedikides C, Wildschut T, Arndt J, Routledge C (2008). Nostalgia: Past, Present, and Future. Current Directions in Psychological Science, 17(5), 304–307.
- Schwartz SH (1992). Universals in the content and structure of values: Theoretical advances and empirical tests in 20 countries. Advances in Experimental Social Psychology, 25, 1–65.
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