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Ihr Ergebnis · Selbstbewusstsein-Test: Wie viel trauen Sie sich zu?

Geringes Selbstvertrauen (0–7 Punkte)

Herausforderungen erscheinen Ihnen größer als Ihre Mittel, sie zu bewältigen. Diese Erwartung ist erlernt – und lässt sich mit der richtigen Methode Schritt für Schritt umlernen.

Geringes Selbstvertrauen (0–7 Punkte)0Schwankendes Selbstvertrauen (8–15 Punkte)8Solides Selbstvertrauen (16–23 Punkte)16Sehr hohes Selbstvertrauen (24–30 Punkte)2430

Was bedeutet dieses Ergebnis?

Bei höchstens 7 Punkten haben Sie den zuversichtlichen Aussagen kaum zugestimmt: Unerwartete Probleme, Widerstände und neue Aufgaben lösen bei Ihnen eher die Erwartung aus, ihnen nicht gewachsen zu sein. Wichtig ist die richtige Lesart – gemessen wurde nicht Ihre Fähigkeit, sondern Ihre Prognose über sich selbst. Beides klafft bei geringer Selbstwirksamkeitserwartung regelmäßig auseinander.

Banduras Forschung erklärt, warum diese Prognose so folgenreich ist: Wer nicht an den eigenen Erfolg glaubt, beginnt zögerlicher, strengt sich weniger an und bricht früher ab – wodurch der Misserfolg wahrscheinlicher wird und die Erwartung sich bestätigt. Dieser sich selbst erfüllende Kreislauf, nicht mangelndes Talent, ist der Kern niedriger Werte. Entstanden ist er meist aus einer Geschichte: entmutigende Rückmeldungen, überfordernde Situationen ohne Unterstützung oder wiederholte Erfahrungen, dass eigenes Bemühen nichts änderte.

Der letzte Punkt verdient besondere Beachtung: Wenn Anstrengung über längere Zeit folgenlos blieb – in einer festgefahrenen Arbeitssituation, einer schwierigen Familie, einer chronischen Belastung –, lernt der Mensch Passivität als Schutz. Die Psychologie spricht von erlernter Hilflosigkeit. Ihr Testwert könnte also auch eine vernünftige Anpassung an unveränderbare Umstände von damals sein, die heute nur nicht mehr passt.

Wie zeigt sich das im Alltag?

Typische Alltagsspuren geringen Zutrauens: Sie schieben Aufgaben mit ungewissem Ausgang auf, bereiten sich übermäßig lange vor, bevor Sie überhaupt beginnen, oder delegieren Entscheidungen an Umstände („mal sehen, ob es sich ergibt“). Neue Software, ein fremdes Amt, eine Reklamation – vieles davon erledigen andere für Sie, oder es bleibt liegen.

Beruflich wirkt sich die Erwartungshaltung doppelt aus: Sie meiden Aufgaben mit Sichtbarkeit, wodurch Erfolge, die Ihr Bild korrigieren könnten, gar nicht erst entstehen. Und wenn etwas gelingt, schreiben Sie es dem Glück, den Kollegen oder den niedrigen Anforderungen zu – die Erfahrung wird nicht als Beleg eigener Wirksamkeit verbucht. So bleibt das Konto leer, obwohl eingezahlt wurde.

Körperlich und emotional zeigt sich vor Herausforderungen oft eine starke Stressreaktion: Herzklopfen, Grübeln, Schlafstörungen in den Nächten davor. Menschen mit geringem Zutrauen deuten diese Erregung als Beweis der Überforderung – dabei ist sie eine normale Mobilisierung, die auch Zuversichtliche erleben, nur anders etikettieren. Diese Fehldeutung ist einer der Hebel, an dem Veränderung ansetzen kann.

Was können Sie jetzt tun?

Bauen Sie eine Erfolgstreppe: Wählen Sie ein Ziel, das Sie bisher meiden, und zerlegen Sie es in Stufen, deren erste so klein ist, dass ein Scheitern praktisch ausgeschlossen ist – nicht „Vortrag halten“, sondern „eine Wortmeldung in kleiner Runde“. Erst wenn eine Stufe zweimal gelungen ist, folgt die nächste. Eigene Erfolgserlebnisse sind laut Bandura die mit Abstand stärkste Quelle von Zutrauen; keine Affirmation ersetzt sie.

Führen Sie ein Wirksamkeitsprotokoll: Notieren Sie abends, was Sie heute selbst bewirkt haben – auch Kleinigkeiten wie ein geführtes Telefonat, das Sie aufschieben wollten. Ergänzen Sie bei jedem Erfolg den Satz „Mein Anteil daran war …“. Das klingt schlicht, korrigiert aber systematisch die Buchführung, die bisher alle Erfolge externalisiert. Suchen Sie zusätzlich Vorbilder auf Augenhöhe: Menschen, die Ihnen ähnlich sind und die geschafft haben, was Sie sich vornehmen – ihre Beispiele übertragen sich messbar auf das eigene Zutrauen.

Prüfen Sie ehrlich, ob mehr dahintersteckt: Wenn das geringe Zutrauen von gedrückter Stimmung, ständiger Erschöpfung oder ausgeprägten Ängsten begleitet wird, kann es Symptom statt Ursache sein. Dann ist ein Gespräch in der Hausarztpraxis oder einer psychotherapeutischen Praxis der sinnvollere erste Schritt als jedes Selbsthilfeprogramm.

Grenzen dieses Tests

Ihr Wert beschreibt eine Erwartung, keine Begabungsdiagnose: Der Test kann nicht beurteilen, was Sie tatsächlich können – nur, was Sie sich zutrauen. Gerade gewissenhafte und selbstkritische Menschen unterschätzen sich in Selbstauskünften systematisch.

Bedenken Sie außerdem die Lebensphase: Nach einer Kündigung, einem gescheiterten Projekt oder in Erschöpfungszeiten sinkt das abgefragte Zutrauen vorübergehend bei fast allen Menschen. Wiederholen Sie den Test in einigen Wochen, bevor Sie den Wert als überdauerndes Merkmal einordnen.

Quellen

Weitere mögliche Ergebnisse

  • Schwankendes Selbstvertrauen (8–15 Punkte)

    Ihr Zutrauen ist vorhanden, aber wählerisch: Auf vertrautem Terrain handeln Sie sicher, Neues und Gegenwind bringen die Zuversicht ins Rutschen.

  • Solides Selbstvertrauen (16–23 Punkte)

    Sie trauen sich Herausforderungen grundsätzlich zu und bleiben auch bei Hindernissen handlungsfähig. Ihre Zuversicht ist tragfähig – mit einzelnen Stellen, an denen sie noch nachgibt.

  • Sehr hohes Selbstvertrauen (24–30 Punkte)

    Kaum eine Situation, der Sie sich nicht gewachsen fühlen: Ihr Zutrauen ist außergewöhnlich stark. Die Aufgabe dieser Stufe heißt Präzision – damit aus Zuversicht keine Fehlkalkulation wird.