Ihr Ergebnis · Selbstbewusstsein-Test: Wie viel trauen Sie sich zu?
Schwankendes Selbstvertrauen (8–15 Punkte)
Ihr Zutrauen ist vorhanden, aber wählerisch: Auf vertrautem Terrain handeln Sie sicher, Neues und Gegenwind bringen die Zuversicht ins Rutschen.
Was bedeutet dieses Ergebnis?
Acht bis 15 Punkte kennzeichnen ein bedingtes Zutrauen: Einigen Aussagen – vermutlich denen zu lösbaren Problemen und bekannten Situationen – konnten Sie zustimmen, während Widerstände, Widerspruch und gänzlich neue Aufgaben Ihre Zuversicht dämpfen. Das Vertrauen in die eigene Wirksamkeit ist da, aber es hat Bedingungen.
Solche Profile entstehen häufig, wenn Erfolgserfahrungen ungleich verteilt sind: In den Feldern, in denen Sie viel geübt haben, trägt das Zutrauen; wo Erfahrungen fehlen, springt keine allgemeine Zuversicht ein, die die Lücke überbrückt. Genau diese Überbrückung – „ich habe zwar so etwas noch nie gemacht, aber ich finde mich schon zurecht“ – unterscheidet hohe von mittlerer Selbstwirksamkeitserwartung. Bei Ihnen übernimmt stattdessen oft die Vorsicht.
Aufschlussreich ist Ihr Antwortmuster bei den beiden umgekehrt gepolten Aussagen zum Aufschieben unbekannter Aufgaben und zum schnellen Nachgeben bei Widerspruch. Hohe Zustimmung dort deutet auf Vermeidung als eingespielte Strategie hin – verständlich, weil sie kurzfristig Anspannung erspart, aber teuer, weil jede vermiedene Situation die Chance auf eine korrigierende Erfolgserfahrung kostet.
Wie zeigt sich das im Alltag?
Im Alltag erleben Sie vermutlich ein Zwei-Zonen-Leben: Innerhalb Ihrer Komfortzone – eingespielte Aufgaben, vertraute Menschen, bekannte Abläufe – agieren Sie kompetent und gelassen. An der Zonengrenze ändert sich das Bild: Die neue Rolle, das Gespräch mit der Geschäftsführung, die Technik, die Sie noch nie bedient haben, erzeugen ein Zögern, das mit Ihren tatsächlichen Fähigkeiten wenig zu tun hat.
Charakteristisch ist auch die Tagesform-Abhängigkeit: Nach einer gelungenen Woche sagen Sie zur Zusatzaufgabe zu, nach zwei Dämpfern lehnen Sie dieselbe Anfrage ab. Kollegen und Angehörige erleben Sie dadurch mal überraschend mutig, mal unerwartet zurückhaltend – und können schwer vorhersagen, woran sie sind. Auch Ihre Ziele atmen mit: In guten Phasen groß gedacht, werden sie nach Rückschlägen stillschweigend gestutzt.
Bei Gegenwind zeigt sich die empfindlichste Stelle: Ein skeptischer Einwand, eine hochgezogene Augenbraue, ein „bist du sicher?“ genügen mitunter, damit Sie eine gut begründete Position räumen. Hinterher ärgern Sie sich, weil Sie es besser wussten – dieser wiederkehrende Ärger über das eigene Einknicken ist geradezu ein Erkennungszeichen dieser Stufe.
Was können Sie jetzt tun?
Arbeiten Sie an der Zonengrenze, nicht jenseits davon: Nehmen Sie sich pro Woche eine Situation vor, die leicht außerhalb des Vertrauten liegt – anspruchsvoll genug, um zu zählen, klein genug, um machbar zu sein. Entscheidend ist die Nachbereitung: Halten Sie schriftlich fest, was Sie befürchtet hatten und was tatsächlich eintrat. Die Lücke zwischen Prognose und Realität ist Ihr wirksamstes Lehrmaterial.
Trainieren Sie das Standhalten in kleinen Dosen: Kündigen Sie sich in der nächsten Diskussion innerlich an, Ihre Position mindestens einen Einwand lang zu vertreten, bevor Sie sie überdenken. Formulierungen wie „Ich sehe das anders, und zwar deshalb …“ lassen sich vorbereiten. Es geht nicht um Rechthaben, sondern um die Erfahrung, dass Widerspruch aushaltbar ist und Ihre Sicht Gewicht hat.
Stabilisieren Sie Ihr Zutrauen gegen Tagesform: Legen Sie eine Belegliste bewältigter Schwierigkeiten an – Situationen, die Sie für unlösbar hielten und dennoch gemeistert haben – und lesen Sie sie gezielt vor Herausforderungen, nicht erst danach. So entscheidet Ihre Geschichte über Ihre Erwartung, nicht die Laune der letzten drei Tage.
Grenzen dieses Tests
Ein Mittelwert kann zweierlei verbergen: gleichmäßig moderates Zutrauen oder ein starkes Gefälle zwischen sicheren und unsicheren Bereichen. Die Summe unterscheidet das nicht – sehen Sie sich an, bei welchen Aussagen Sie hoch und bei welchen niedrig geantwortet haben, um Ihr eigentliches Muster zu erkennen.
Zudem gilt: Selbstauskünfte über Durchhaltevermögen und Zielverfolgung weichen erfahrungsgemäß vom beobachtbaren Verhalten ab. Ob Ihr Zutrauen im Ernstfall trägt, zeigt sich verlässlicher in der nächsten realen Bewährungsprobe als in einer Punktzahl.
Quellen
- Schwarzer R, Jerusalem M (1995). Generalized Self-Efficacy Scale. In: Weinman J, Wright S, Johnston M (Hrsg.), Measures in health psychology: A user's portfolio. Causal and control beliefs (S. 35–37). Windsor: NFER-Nelson.
- Hinz A, Schumacher J, Albani C, Schmid G, Brähler E (2006). Bevölkerungsrepräsentative Normierung der Skala zur Allgemeinen Selbstwirksamkeitserwartung. Diagnostica, 52(1), 26–32.
- Bandura A (1977). Self-efficacy: Toward a unifying theory of behavioral change. Psychological Review, 84(2), 191–215.
Weitere mögliche Ergebnisse
- Geringes Selbstvertrauen (0–7 Punkte)
Herausforderungen erscheinen Ihnen größer als Ihre Mittel, sie zu bewältigen. Diese Erwartung ist erlernt – und lässt sich mit der richtigen Methode Schritt für Schritt umlernen.
- Solides Selbstvertrauen (16–23 Punkte)
Sie trauen sich Herausforderungen grundsätzlich zu und bleiben auch bei Hindernissen handlungsfähig. Ihre Zuversicht ist tragfähig – mit einzelnen Stellen, an denen sie noch nachgibt.
- Sehr hohes Selbstvertrauen (24–30 Punkte)
Kaum eine Situation, der Sie sich nicht gewachsen fühlen: Ihr Zutrauen ist außergewöhnlich stark. Die Aufgabe dieser Stufe heißt Präzision – damit aus Zuversicht keine Fehlkalkulation wird.