Selbstbewusstsein-Test: Wie viel trauen Sie sich zu?
Ob Sie eine schwierige Aufgabe anpacken oder ihr ausweichen, entscheidet oft nicht Ihr Können, sondern Ihre Erwartung an sich selbst. Dieser Test misst mit zehn Fragen, wie viel Sie sich in Herausforderungen zutrauen.
Worum geht es in diesem Test?
Selbstbewusstsein wird hier im Sinn der Psychologie als Selbstwirksamkeitserwartung verstanden: die Überzeugung, schwierige Situationen aus eigener Kraft bewältigen zu können. Diese Erwartung wirkt wie ein Torwächter des Handelns – sie bestimmt, welche Ziele Sie sich überhaupt setzen, wie viel Anstrengung Sie investieren und wie lange Sie bei Hindernissen durchhalten, bevor Sie aufgeben.
Sie beurteilen zehn Aussagen danach, wie genau sie Ihr Erleben treffen – von „stimmt nicht“ bis „stimmt genau“. Zwei Aussagen sind gegenläufig formuliert und werden bei der Auswertung umgekehrt gewertet. Das Ergebnis von 0 bis 30 Punkten mündet in eine von vier Stufen, vom geringen bis zum sehr hohen Selbstvertrauen, jeweils mit ausführlicher Deutung, Alltagsbeispielen und konkreten Übungsvorschlägen.
Sinnvoll ist der Test für alle, die vor einer Herausforderung stehen – Jobwechsel, Prüfung, neue Verantwortung – und wissen wollen, wie ihr inneres Zutrauen aufgestellt ist. Ebenso für Menschen, die sich fragen, warum sie Chancen verstreichen lassen, obwohl objektiv nichts dagegenspricht. Gemessen wird eine Erwartungshaltung, keine tatsächliche Fähigkeit.
Mögliche Ergebnisse
- Geringes Selbstvertrauen (0–7 Punkte)
Herausforderungen erscheinen Ihnen größer als Ihre Mittel, sie zu bewältigen. Diese Erwartung ist erlernt – und lässt sich mit der richtigen Methode Schritt für Schritt umlernen.
- Schwankendes Selbstvertrauen (8–15 Punkte)
Ihr Zutrauen ist vorhanden, aber wählerisch: Auf vertrautem Terrain handeln Sie sicher, Neues und Gegenwind bringen die Zuversicht ins Rutschen.
- Solides Selbstvertrauen (16–23 Punkte)
Sie trauen sich Herausforderungen grundsätzlich zu und bleiben auch bei Hindernissen handlungsfähig. Ihre Zuversicht ist tragfähig – mit einzelnen Stellen, an denen sie noch nachgibt.
- Sehr hohes Selbstvertrauen (24–30 Punkte)
Kaum eine Situation, der Sie sich nicht gewachsen fühlen: Ihr Zutrauen ist außergewöhnlich stark. Die Aufgabe dieser Stufe heißt Präzision – damit aus Zuversicht keine Fehlkalkulation wird.
Methodik & Hintergrund
Vorbild ist die Allgemeine Selbstwirksamkeitsskala (GSE) von Ralf Schwarzer und Matthias Jerusalem (1995) – ein deutschsprachiges Original, das in über 30 Sprachen übersetzt wurde und zu den meistverwendeten Instrumenten der Gesundheitspsychologie zählt. Hinz und Kollegen legten 2006 bevölkerungsrepräsentative deutsche Normwerte vor. Unsere zehn Aussagen sind eigenständige Formulierungen im Geist dieser Skala, ergänzt um zwei umgepolte Items als Aufmerksamkeitskontrolle.
Das theoretische Fundament stammt von Albert Bandura (1977): Selbstwirksamkeitserwartung speist sich aus vier Quellen – eigene Erfolgserlebnisse (die stärkste), Beobachtung erfolgreicher Vorbilder, Zuspruch durch andere und die Deutung körperlicher Erregung. Aus dieser Quellenlehre folgen die Übungsansätze in den Ergebnistexten: Zutrauen wächst am zuverlässigsten durch gestufte, gemeisterte Herausforderungen.
Zur Abgrenzung: Die Skala erfasst allgemeines, situationsübergreifendes Zutrauen – nicht die Sicherheit in spezifischen Bereichen wie Rednerbühne, Sport oder Fachwissen, die davon erheblich abweichen kann. Unsere Punktbereiche orientieren sich an publizierten Verteilungen, sind aber Orientierungsstufen für die Selbsteinschätzung und keine normierten Testwerte.
Häufige Fragen
Was unterscheidet Selbstbewusstsein von Selbstwertgefühl?
Selbstwertgefühl ist die Bewertung der eigenen Person – bin ich wertvoll und liebenswert? Selbstbewusstsein im Sinn dieses Tests meint dagegen Selbstwirksamkeitserwartung: die Überzeugung, Anforderungen aus eigener Kraft bewältigen zu können. Beides hängt zusammen, fällt aber nicht zwangsläufig gleich aus – man kann sich viel zutrauen und sich trotzdem wenig mögen, und umgekehrt.
Welche Skala liegt diesem Test zugrunde?
Das Vorbild ist die Allgemeine Selbstwirksamkeitsskala (GSE) von Schwarzer und Jerusalem (1995), eines der international meistgenutzten Instrumente der Gesundheitspsychologie mit repräsentativen deutschen Normwerten (Hinz et al., 2006). Unsere zehn Aussagen sind eigene Formulierungen nach diesem Muster; anders als das Original enthalten sie zwei umgepolte Items, und die Stufen dienen der Orientierung statt der Normierung.
Kann man Selbstbewusstsein trainieren?
Ja, und zwar gezielter, als viele vermuten. Nach Banduras Forschung wächst Selbstwirksamkeit vor allem durch eigene Bewältigungserfolge in ansteigender Schwierigkeit – flankiert von passenden Vorbildern, glaubwürdigem Zuspruch und einer neuen Deutung von Lampenfieber als Startenergie. Interventionsstudien zeigen messbare Zuwächse binnen Wochen bis Monaten; entscheidend ist regelmäßiges Handeln statt bloßen Nachdenkens über sich.
Warum traue ich mir manches zu und anderes gar nicht?
Weil Selbstwirksamkeit bereichsspezifisch entsteht: Sie speist sich aus Erfahrungen im jeweiligen Feld. Wer beruflich viel gemeistert hat, aber kaum je vor Publikum stand, entwickelt souveränes Arbeits- und zittriges Bühnen-Zutrauen. Dieser Test misst die allgemeine, situationsübergreifende Erwartung – Unterschiede zwischen Lebensbereichen sind also normal und zeigen vor allem, wo Übungserfahrung fehlt.
Werden meine Antworten irgendwo gespeichert?
Nein. Auswertung und Punktberechnung finden ausschließlich auf Ihrem eigenen Gerät statt; es gibt weder eine Registrierung noch eine Übermittlung an einen Server, und mit dem Verlassen der Seite sind Ihre Eingaben verschwunden. Sie können den Test daher unbefangen und beliebig oft durchführen, etwa um Veränderungen nach einigen Monaten Training zu verfolgen.
Quellen
- Schwarzer R, Jerusalem M (1995). Generalized Self-Efficacy Scale. In: Weinman J, Wright S, Johnston M (Hrsg.), Measures in health psychology: A user's portfolio. Causal and control beliefs (S. 35–37). Windsor: NFER-Nelson.
- Hinz A, Schumacher J, Albani C, Schmid G, Brähler E (2006). Bevölkerungsrepräsentative Normierung der Skala zur Allgemeinen Selbstwirksamkeitserwartung. Diagnostica, 52(1), 26–32.
- Bandura A (1977). Self-efficacy: Toward a unifying theory of behavioral change. Psychological Review, 84(2), 191–215.
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