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Ihr Ergebnis · Depression-Test: Depressive Symptome mit dem PHQ-9 einordnen

Mäßige depressive Symptome (10–14 Punkte)

Ihr Wert überschreitet die Schwelle, ab der eine fachliche Abklärung empfohlen wird. Die Beschwerdelast ist deutlich – und sie ist behandelbar.

Unauffälliges Ergebnis (0–4 Punkte)0Leichte depressive Symptome (5–9 Punkte)5Mäßige depressive Symptome (10–14 Punkte)10Mittelschwere bis ausgeprägte Symptome (15–19 Punkte)15Schwere depressive Symptomatik (20–27 Punkte)2027

Was bedeutet dieses Ergebnis?

Mit 10 bis 14 Punkten liegt Ihr Ergebnis oberhalb des am besten untersuchten Grenzwerts des PHQ-9. In der Originalvalidierung identifizierte ein Wert ab 10 eine Major Depression mit rund 88 Prozent Sensitivität und Spezifität. Das ist keine Diagnose für Ihren Einzelfall – ein relevanter Teil der Menschen in diesem Bereich hat keine depressive Erkrankung –, aber es ist ein deutliches statistisches Signal, das eine professionelle Einschätzung rechtfertigt.

Inhaltlich bedeutet Ihr Wert: Mehrere Kernbeschwerden treten an vielen Tagen auf, oder einzelne begleiten Sie inzwischen fast täglich. In diesem Stadium beginnt die Symptomatik häufig, sich vom ursprünglichen Auslöser abzukoppeln – die Erschöpfung bleibt auch am freien Wochenende, die gedrückte Stimmung auch nach guten Nachrichten. Diese Verselbstständigung unterscheidet eine depressive Entwicklung von normaler Belastungsreaktion.

Differenzialdiagnostisch kommen mehrere Erklärungen infrage: eine mittelgradige depressive Episode, eine Erschöpfungsreaktion nach langer Überlastung, eine Angsterkrankung mit depressiven Anteilen oder körperliche Ursachen – von der Schilddrüse über Vitamin-B12-Mangel bis zu Nebenwirkungen von Blutdruck- oder Hormonpräparaten. Welche Erklärung zutrifft, lässt sich nur durch Untersuchung und Anamnese klären, nicht durch weiteres Selbsttesten.

Wie zeigt sich das im Alltag?

In diesem Schweregrad greift die Symptomatik erkennbar in die Lebensführung ein. Bei der Arbeit kostet Konzentration sichtbare Mühe: Texte müssen mehrfach gelesen werden, Entscheidungen stauen sich, Fehler häufen sich dort, wo früher Routine war. Viele Betroffene kompensieren mit Mehrarbeit und Rückzug – was die Erschöpfung weiter vertieft.

Im Privatleben schrumpft der Radius. Verabredungen erscheinen als Anforderung statt als Freude, das Telefon bleibt stumm, selbst geliebte Menschen strengen an. Gleichzeitig meldet sich oft ein quälender innerer Kommentar: Vorwürfe, nicht zu genügen, anderen zur Last zu fallen, sich zusammenreißen zu müssen. Dieser Selbstabwertungston ist kein Charakterzug, sondern ein Symptom – er gehört zur Erkrankung wie das Fieber zur Grippe.

Der Körper spricht in diesem Stadium deutlich mit: unerholsamer Schlaf mit frühem Erwachen, bleierne Müdigkeit am Vormittag, Appetitverlust oder Frustessen, diffuse Schmerzen ohne Befund. Nicht wenige Betroffene suchen zuerst wegen dieser körperlichen Beschwerden ärztliche Hilfe – erwähnen Sie im Gespräch deshalb ausdrücklich auch Ihre Stimmung und Ihren Antrieb.

Was können Sie jetzt tun?

Vereinbaren Sie innerhalb der nächsten ein bis zwei Wochen einen Termin – entweder in Ihrer Hausarztpraxis oder direkt in einer psychotherapeutischen Sprechstunde. Für Letztere brauchen Sie keine Überweisung; freie Termine vermittelt die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigungen telefonisch unter 116 117 oder über deren Online-Portal. Nehmen Sie Ihr Testergebnis mit: Es strukturiert das Erstgespräch und erspart Ihnen das mühsame Zusammensuchen der Beschwerden.

Bis zum Termin stabilisieren drei Maßnahmen am zuverlässigsten. Erstens Tagesstruktur: feste Aufstehzeit, Mahlzeiten, Tageslicht am Vormittag – der zirkadiane Rhythmus ist bei Depression regelmäßig verschoben und lässt sich über Verhalten teilweise zurückstellen. Zweitens Bewegung, so niedrigschwellig wie nötig; ein täglicher Spaziergang schlägt das Vorhaben, „richtig Sport zu machen“, das dann ausfällt. Drittens Alkoholverzicht, denn Alkohol verstärkt depressive Symptome pharmakologisch und untergräbt den Schlaf.

Ein Thema gehört nicht in die Warteschleife: Wenn sich Gedanken einstellen, dass Ihr Umfeld ohne Sie besser dran wäre, oder konkrete Überlegungen, sich zu verletzen, holen Sie sich noch heute Unterstützung. Rund um die Uhr, anonym und gebührenfrei: TelefonSeelsorge 0800 111 0 111. Können Sie sich von solchen Impulsen nicht distanzieren, ist der Notruf 112 der richtige Weg – suizidale Krisen sind medizinische Notfälle und werden als solche ernst genommen.

Grenzen dieses Tests

Auch oberhalb des Grenzwerts bleibt der PHQ-9 ein Suchtest. Er misst die Dichte depressionstypischer Beschwerden, aber weder ihre Ursache noch ihren Kontext: Eine frische Trennung, eine schwere körperliche Diagnose oder Schichtarbeit können hohe Werte erzeugen, ohne dass eine depressive Störung vorliegt. Umgekehrt existieren Depressionen, die sich hinter Reizbarkeit oder Schmerzen verstecken und im Fragebogen zu niedrig erscheinen.

Rechnen Sie zudem mit Messfehlern von einigen Punkten je nach Tagesform und Antworttendenz. Ob Ihr wahrer Wert eher bei 9 oder bei 15 liegt, ändert allerdings nichts an der praktischen Konsequenz dieses Ergebnisses: Die Beschwerden sind gewichtig genug, um sie fachlich einordnen zu lassen.

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