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Ihr Ergebnis · Depression-Test: Depressive Symptome mit dem PHQ-9 einordnen

Mittelschwere bis ausgeprägte Symptome (15–19 Punkte)

Die depressive Beschwerdelast ist hoch und beeinträchtigt Ihren Alltag mit großer Wahrscheinlichkeit erheblich. Zögern Sie die Abklärung bitte nicht weiter hinaus.

Unauffälliges Ergebnis (0–4 Punkte)0Leichte depressive Symptome (5–9 Punkte)5Mäßige depressive Symptome (10–14 Punkte)10Mittelschwere bis ausgeprägte Symptome (15–19 Punkte)15Schwere depressive Symptomatik (20–27 Punkte)2027

Was bedeutet dieses Ergebnis?

Werte zwischen 15 und 19 Punkten entsprechen in der PHQ-9-Systematik einer mittelschweren bis schweren Ausprägung. Rechnerisch setzt ein solches Ergebnis voraus, dass die Mehrzahl der neun Kernsymptome an über der Hälfte der Tage präsent war – oder dass einige Sie praktisch täglich begleiten. Bei dieser Symptomdichte ist eine behandlungsbedürftige depressive Episode nicht mehr die Ausnahme-, sondern die Haupthypothese, die es ärztlich zu prüfen gilt.

Die Nationale VersorgungsLeitlinie sieht für diesen Schweregrad eine aktive Behandlung vor – Psychotherapie, gegebenenfalls kombiniert mit weiteren Verfahren; über das Vorgehen entscheiden Sie gemeinsam mit den Behandelnden. Abwarten und reine Selbsthilfe gelten ab hier ausdrücklich nicht mehr als ausreichend, weil unbehandelte Episoden länger dauern, häufiger wiederkehren und sich chronifizieren können.

Falls ein Teil von Ihnen gerade denkt, so schlimm sei es doch nicht: Dieses Herunterspielen gehört bei ausgeprägter Depression zum Krankheitsbild. Die Erkrankung färbt die Selbstwahrnehmung – Betroffene halten ihre Erschöpfung für Faulheit und ihre Verzweiflung für gerechtfertigt. Nehmen Sie im Zweifel die Zahl ernster als das Gefühl, kein Recht auf Hilfe zu haben.

Wie zeigt sich das im Alltag?

Der Alltag ist auf diesem Niveau meist nur noch mit Kraftakten zu bewältigen. Morgens türmt sich der Tag wie eine Wand auf; Duschen, Anziehen, Frühstück werden zu Etappen. Wer noch arbeitet, arbeitet oft am Limit und verbraucht die verbleibende Energie vollständig im Job – zu Hause bleibt Leere. Andere schaffen den Weg zur Arbeit bereits nicht mehr regelmäßig.

Das Denken selbst verändert sich spürbar: Es wird langsam, umständlich, und es kreist. Vergangene Fehler drängen sich auf, die Zukunft erscheint wie zugezogen, Entscheidungen – selbst banale wie die Wahl des Abendessens – überfordern. Freunde und Familie erreichen Sie womöglich kaum noch; ihre gut gemeinten Ratschläge („geh doch mal raus“) prallen ab oder verstärken die Scham.

Häufig kippt in diesem Stadium auch das Zeiterleben: Die Tage ziehen sich endlos, gleichzeitig verschwimmen die Wochen. Manche Betroffene funktionieren nach außen erstaunlich lange weiter und zerbrechen innerlich – gerade Menschen mit hohem Pflichtgefühl. Dass niemand etwas bemerkt, ist kein Beleg dafür, dass es Ihnen gut geht, sondern dafür, wie viel Kraft die Fassade kostet.

Was können Sie jetzt tun?

Handeln Sie diese Woche. Der kürzeste Weg führt über Ihre Hausarztpraxis – schildern Sie dort ungeschönt, wie es Ihnen geht, und bitten Sie um zeitnahe Weichenstellung. Parallel können Sie unter der 116 117 eine psychotherapeutische Sprechstunde anfragen; bei entsprechender Dringlichkeit vermittelt die Servicestelle auch eine Akutbehandlung binnen weniger Wochen. Fällt Ihnen das Telefonieren schwer, nutzen Sie die Online-Terminbuchung oder bitten Sie eine Vertrauensperson, den Anruf zu übernehmen.

Organisieren Sie Entlastung, statt durchzuhalten: Eine Krankschreibung ist bei diesem Schweregrad legitim und oft Voraussetzung für Besserung. Weihen Sie mindestens einen Menschen vollständig ein – nicht in der Kurzfassung, sondern ehrlich. Reduzieren Sie Verpflichtungen auf das Nötigste und verschieben Sie große Entscheidungen (Kündigung, Trennung, Umzug), bis Sie wieder stabiler urteilen können; die Depression ist ein schlechter Ratgeber.

Und ohne Umschweife zum wichtigsten Punkt: Kennen Sie Momente, in denen Sie an den eigenen Tod denken oder daran, sich etwas anzutun? Dann verdient das sofortige Aufmerksamkeit – heute, nicht nach dem nächsten Termin. Die TelefonSeelsorge hört zu, kostenlos und anonym, unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Werden die Gedanken konkret oder drängend, fahren Sie in die Notaufnahme oder wählen Sie die 112. Suizidalität ist behandelbar, und der akute Zustand geht vorbei – auch wenn er sich gerade endgültig anfühlt.

Grenzen dieses Tests

Ein Selbsttest kann auch bei hoher Punktzahl nicht klären, was genau vorliegt. Bipolare Erkrankungen, Traumafolgestörungen, beginnende körperliche Leiden oder Substanzwirkungen erzeugen teils identische Beschwerdebilder, verlangen aber andere Behandlung. Genau deshalb ist die gründliche Erstdiagnostik so wertvoll – sie stellt die Weichen richtig.

Sollten die vergangenen zwei Wochen durch ein akutes Ereignis geprägt gewesen sein – einen Todesfall, eine Trennung, eine Kündigung –, bildet der Wert möglicherweise eine heftige, aber zeitlich begrenzte Krisenreaktion ab. Auch dann bleibt professionelle Begleitung sinnvoll: Sie unterscheidet Trauer von Depression zuverlässiger, als es jede Selbstauskunft vermag.

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