Ihr Ergebnis · Typ-A/Typ-B-Test: Wie sehr treiben Tempo und Ehrgeiz Ihren Alltag?
Ausgeprägtes Typ-A-Muster (24–30 Punkte)
Nahezu alle Aussagen zu Zeitdruck, Wettbewerb und Rastlosigkeit treffen auf Sie zu. Ziehen Sie ehrlich Bilanz, was dieses Dauertempo Sie an Erholung, Gesundheit und Nähe kostet.
Was bedeutet dieses Ergebnis?
Ihre Antworten ergeben das Vollbild des Musters: fast durchgängige Zustimmung zu Eile, Konkurrenz und selbstgesetztem Druck, verbunden mit der Auskunft, dass Abschalten und ungeplante Zeit Ihnen schwerfallen. Sie leben demnach in einer Art Dauerbeschleunigung, in der selbst Erholung zur weiteren Aufgabe wird, die effizient zu absolvieren ist.
Was sagt die Wissenschaft zu diesem Extrembereich? Das Gesamtmuster erwies sich in Metaanalysen als schwächerer Gesundheitsprädiktor, als die Pionierstudien vermuten ließen – mit einer wichtigen Ausnahme: Für chronischen Ärger und Feindseligkeit belegen prospektive Untersuchungen wiederholt erhöhte Raten koronarer Ereignisse. Umfasst Ihre hohe Zustimmung also gerade die Reizbarkeitsfragen, verdient dieser Anteil Ihres Profils die größte Aufmerksamkeit.
Hinter einem derart durchgehenden Muster steht funktional betrachtet oft eine enge Kopplung von Leistung und Selbstwert: Wer nur zählt, wenn er liefert, kann sich Langsamkeit schlicht nicht leisten. Der hohe Output, den Sie erbringen, ist real – die Frage dieses Ergebnisses lautet, ob auch die Rechnung dafür bereits sichtbar ist.
Wie zeigt sich das im Alltag?
Tage mit diesem Profil sind von früh bis spät getaktet: Frühstück im Stehen, mehrere Kommunikationskanäle gleichzeitig, Telefonate auf dem Weg zwischen zwei Terminen. Wartezeiten – rote Ampeln, langsame Software, ausschweifende Redner – werden als persönliche Zumutung erlebt. Wochenenden sind entweder durchgeplant oder heimlich der Arbeit gewidmet, und Urlaub braucht drei Tage Anlaufzeit, ehe die innere Drehzahl überhaupt sinkt.
Der Körper führt bei diesem Pensum Buch, auch wenn Sie die Einträge ignorieren: verspannte Kiefer- und Nackenmuskulatur, Zähneknirschen, erhöhter Ruhepuls, oberflächlicher Schlaf, Magendrücken vor Terminen. Viele Betroffene registrieren solche Signale erst, wenn ein Infekt, eine Rückenblockade oder ein Warnbefund sie zwangsweise ausbremst – und empfinden selbst das Kranksein dann vor allem als Zeitverlust.
Sozial hinterlässt das Muster die tiefsten Spuren: Gespräche geraten zu Effizienzübungen oder Statusvergleichen, Zuhören wird zum Warten auf die eigene Redegelegenheit, und nahestehende Menschen passen sich entweder an oder ziehen sich zurück. Beides führt in dieselbe Richtung – Sie gewinnen Zeit und verlieren Verbindung.
Was können Sie jetzt tun?
Arbeiten Sie am Kern statt nur an Symptomen: Stellen Sie sich die Frage, wer Sie wären, wenn Sie eine Woche lang nichts leisten würden – und beobachten Sie, welche Unruhe die Frage auslöst. Innere Antreiber wie „sei schnell“ oder „sei stark“ lassen sich mit kognitiv-verhaltenstherapeutischen Methoden gut bearbeiten; ein Coaching oder eine Psychotherapie ist dafür kein Eingeständnis von Schwäche, sondern der direkteste Weg.
Verschaffen Sie sich medizinische Klarheit, statt zu raten: Lassen Sie Blutdruck und Blutfette prüfen – der allgemeine Gesundheits-Check-up ist ab 35 Jahren alle drei Jahre Kassenleistung. Etablieren Sie parallel mehrmals wöchentlich Ausdauerbewegung in moderatem Tempo, ausdrücklich ohne Stoppuhr und Bestenliste; sie ist der am besten belegte Puffer gegen die körperlichen Folgen chronischer Anspannung.
Führen Sie kleine Verhaltensexperimente mit klarer Messlatte durch: eine Aufgabe pro Tag strikt einzeln erledigen, eine selbstgesetzte Deadline ersatzlos streichen, eine E-Mail bewusst erst nach einer Stunde beantworten, im Gespräch warten, bis das Gegenüber vollständig ausgeredet hat. Werten Sie als Erfolg nicht das Durchhalten, sondern die Beobachtung, dass nichts Schlimmes passiert – genau diese Erfahrung baut das Muster um.
Grenzen dieses Tests
Extremwerte können auch eine Ausnahmesituation spiegeln – etwa einen Projektendspurt, eine Selbstständigkeit in der Gründungsphase oder eine private Krise, die Dauerspannung erzeugt. Wiederholen Sie den Test nach einer ruhigeren Periode, bevor Sie das Ergebnis als Wesenszug verbuchen.
Und so deutlich Ihr Profil ausfällt: Ein Selbsttest berechnet kein individuelles Krankheitsrisiko. Bestehende Beschwerden wie Brustschmerz, Druckgefühl oder Herzstolpern gehören unabhängig von jeder Punktzahl zeitnah in ärztliche Abklärung.
Quellen
- Friedman M, Rosenman RH (1974). Type A Behavior and Your Heart. Alfred A. Knopf, New York.
- Jenkins CD, Rosenman RH, Friedman M (1967). Development of an objective psychological test for the determination of the coronary-prone behavior pattern in employed men. Journal of Chronic Diseases, 20(6), 371–379.
- Booth-Kewley S, Friedman HS (1987). Psychological predictors of heart disease: A quantitative review. Psychological Bulletin, 101(3), 343–362.
- Chida Y, Steptoe A (2009). The association of anger and hostility with future coronary heart disease: A meta-analytic review of prospective evidence. Journal of the American College of Cardiology, 53(11), 936–946.
Weitere mögliche Ergebnisse
- Entspannter Typ B (0–7 Punkte)
Hetze, Dauervergleich und Ungeduld prägen Ihren Alltag kaum. Ihr Verhaltensstil entspricht weitgehend dem gelassenen Typ B – mit eigenen Stärken und wenigen blinden Flecken.
- Überwiegend Typ B mit Typ-A-Momenten (8–15 Punkte)
Grundsätzlich bleiben Sie gelassen, doch in bestimmten Situationen schalten Ehrgeiz und Ungeduld spürbar hoch. Entscheidend ist, Ihre persönlichen Auslöser zu kennen.
- Deutliche Typ-A-Tendenz (16–23 Punkte)
Tempo, Ehrgeiz und Ungeduld bestimmen viele Ihrer Tage. Das Muster bringt Ihnen Leistung ein – fordert aber erkennbar Tribut bei Erholung, Körper und Beziehungen.