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Typ-A/Typ-B-Test: Wie sehr treiben Tempo und Ehrgeiz Ihren Alltag?

Zehn Aussagen zu Ungeduld, Arbeitstempo, Konkurrenzdenken und Erholungsfähigkeit ordnen Ihren Verhaltensstil auf dem Kontinuum zwischen dem getriebenen Typ A und dem gelasseneren Typ B ein.

Test starten 10 Fragen · 2 Min. · kostenlos

Worum geht es in diesem Test?

Das Begriffspaar Typ A und Typ B beschreibt zwei gegensätzliche Verhaltensstile: Auf der einen Seite stehen ständige Eile, Wettbewerbsdenken, Ungeduld und die Schwierigkeit, Leerlauf zu ertragen; auf der anderen Seite ein Arbeits- und Lebensrhythmus, der sich am Anlass orientiert statt an einer inneren Stoppuhr. Dieser Selbsttest fragt die vier Kernfacetten des Musters ab: Zeitdringlichkeit, Konkurrenzorientierung, Reizbarkeit gegenüber Langsamkeit und die Fähigkeit, nach getaner Arbeit tatsächlich loszulassen.

Nach dem Ausfüllen erhalten Sie eine Gesamtpunktzahl von 0 bis 30 und eine von vier Einstufungen – vom entspannten Typ B bis zum ausgeprägten Typ-A-Muster. Jede Einstufung wird ausführlich erläutert: was sie über Ihren Umgang mit Zeit und Leistung verrät, wo ihre Stärken liegen, welche Kosten sie verursachen kann und mit welchen konkreten Schritten sich problematische Anteile entschärfen lassen.

Gedacht ist der Test für alle, die wissen möchten, ob ihr Tempo noch Werkzeug oder schon Autopilot ist: Berufstätige, die abends nicht herunterkommen, Menschen, denen Wartesituationen körperlich zusetzen, oder Paare, die verstehen wollen, warum einer von beiden ständig auf die Uhr schaut. Er eignet sich auch als Vorher-nachher-Messung, wenn Sie an Ihrer Stressbalance arbeiten.

Mögliche Ergebnisse

Methodik & Hintergrund

Das Konzept des Typ-A-Verhaltensmusters stammt von den Kardiologen Meyer Friedman und Ray Rosenman, die es ab den 1950er-Jahren bei Herzpatienten beschrieben und 1974 einem breiten Publikum vorstellten. Als klassisches Messinstrument etablierte sich später der Jenkins Activity Survey. Die zehn Aussagen dieses Tests greifen dessen inhaltliche Kernbereiche auf, sind aber eigenständig formuliert: Hetze und Multitasking, Konkurrenz auch in der Freizeit, Ärger über das Tempo anderer sowie – umgekehrt gepolt – Abschalten und Pausenfähigkeit.

Jede Aussage wird auf einer vierstufigen Zustimmungsskala von 0 bis 3 bewertet; zwei umgekehrt formulierte Aussagen werden gespiegelt gezählt. So entsteht eine Summe zwischen 0 und 30 Punkten, die in vier Bereiche eingeteilt wird. Diese Schwellen sind inhaltlich gesetzt und dienen der Orientierung – ein wissenschaftlich normiertes Verfahren mit repräsentativen Vergleichswerten ist dieser Kurztest ausdrücklich nicht.

Zur ehrlichen Einordnung gehört auch der Forschungsstand: Die ursprüngliche These, das komplette Typ-A-Muster sei ein starker eigenständiger Risikofaktor für Herzinfarkte, hat sich in späteren Metaanalysen nur teilweise gehalten (Booth-Kewley & Friedman 1987). Als gesundheitlich bedeutsamste Komponente gilt heute die feindselig-ärgerliche Färbung des Musters: Chronischer Ärger und Feindseligkeit zeigen in prospektiven Studien konsistente Zusammenhänge mit Herz-Kreislauf-Ereignissen (Chida & Steptoe 2009). Der Test misst also einen Verhaltensstil – keine Krankheitswahrscheinlichkeit.

Häufige Fragen

Woher stammt die Einteilung in Typ A und Typ B?

Die Kardiologen Meyer Friedman und Ray Rosenman beobachteten in den 1950er-Jahren, dass viele ihrer Herzpatienten ein ähnliches Verhaltensmuster zeigten: Eile, Ehrgeiz, Ungeduld und Feindseligkeit. Sie nannten es Typ-A-Verhalten und stellten ihm den gelasseneren Typ B gegenüber. Ihr Buch von 1974 machte das Konzept weltweit bekannt; der Jenkins Activity Survey wurde zum klassischen Fragebogen dafür.

Ist Typ-A-Verhalten wirklich schädlich für das Herz?

Differenziert betrachtet: Die frühen Studien überschätzten das Gesamtmuster, spätere Metaanalysen fanden deutlich schwächere Zusammenhänge. Als relevanteste Einzelkomponente gilt heute die feindselig-ärgerliche Seite – chronischer Ärger und Zynismus zeigen in prospektiven Studien konsistente Verbindungen zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Tempo und Ehrgeiz allein machen nach heutigem Wissen nicht krank, dauerhafte Gereiztheit ohne Erholung dagegen schon eher.

Kann ich mein Typ-A-Muster verändern?

Ja. Typ-A-Verhalten ist ein erlernter Stil, keine feste Eigenschaft. Bereits das Recurrent Coronary Prevention Project in den 1980er-Jahren zeigte, dass Herzpatienten ihr Verhaltensmuster durch gezieltes Training messbar reduzieren konnten – mit weniger Rückfällen als in der Kontrollgruppe. Wirksam sind kognitive Verhaltensansätze, Ärgermanagement, geplante Erholung und kleine Verhaltensexperimente im Alltag.

Bedeutet Typ B, dass jemand weniger ehrgeizig oder erfolgreich ist?

Nein. Schon Friedman und Rosenman betonten, dass Typ-B-Personen genauso ambitioniert und beruflich erfolgreich sein können. Der Unterschied liegt im Modus: Typ B verfolgt Ziele ohne permanenten inneren Zeitdruck und ohne das Bedürfnis, sich ständig zu vergleichen. Gelassenheit und Leistung schließen sich nicht aus – in vielen Berufen ist die Kombination sogar besonders tragfähig.

Wie aussagekräftig ist dieser Kurztest?

Er ist eine Orientierung, kein wissenschaftlich normiertes Instrument. Zehn Aussagen können die Bandbreite des Konstrukts nur skizzieren, und die vier Stufen beruhen auf inhaltlichen, nicht auf empirisch geeichten Schwellen. Nutzen Sie das Ergebnis als Anstoß zur Selbstbeobachtung und wiederholen Sie den Test in verschiedenen Lebensphasen – die Veränderung über die Zeit ist informativer als der einzelne Wert.

Quellen

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