Ihr Ergebnis · Typ-A/Typ-B-Test: Wie sehr treiben Tempo und Ehrgeiz Ihren Alltag?
Entspannter Typ B (0–7 Punkte)
Hetze, Dauervergleich und Ungeduld prägen Ihren Alltag kaum. Ihr Verhaltensstil entspricht weitgehend dem gelassenen Typ B – mit eigenen Stärken und wenigen blinden Flecken.
Was bedeutet dieses Ergebnis?
Mit höchstens 7 von 30 Punkten haben Sie die typischen Typ-A-Merkmale überwiegend verneint: Warten bringt Sie nicht aus der Fassung, Sie jagen nicht mehreren Aufgaben gleichzeitig hinterher, und ein Nachmittag ohne Plan fühlt sich für Sie nach Freiheit an statt nach Stillstand. In der Sprache von Friedman und Rosenman beschreiben Sie damit das Gegenstück zum koronargefährdeten Eiltyp – den Typ B.
Wichtig ist, was Typ B in der Forschung nie bedeutet hat: einen Mangel an Leistungsfähigkeit. Schon die ursprünglichen Studien fanden unter Typ-B-Personen genauso erfolgreiche Führungskräfte und Fachleute; der Unterschied liegt nicht im Ergebnis, sondern im Weg dorthin. Sie passen Ihr Tempo dem Anlass an, statt jede Tätigkeit unter eine innere Deadline zu stellen – eine Fähigkeit, die Menschen mit hohem Punktwert oft erst mühsam wiedererlernen müssen.
Zwei Dinge sagt der niedrige Wert allerdings nicht aus. Erstens misst dieser Test nur den Verhaltensstil, nicht Ihre tatsächliche Belastung: Auch gelassene Menschen können in überfordernden Umständen stecken. Zweitens beruht die Einstufung auf Ihrem Selbstbild – wer sich gern als ruhig sieht, unterschätzt gelegentlich die eigene Ungeduld, die das Umfeld sehr wohl bemerkt.
Wie zeigt sich das im Alltag?
Im Alltag zeigt sich Ihr Stil an unspektakulären Stellen: Eine lange Schlange wird zur Gelegenheit, die Gedanken schweifen zu lassen; ein Gespräch darf Umwege nehmen, ohne dass Sie es innerlich zusammenkürzen; das Mittagessen findet am Tisch statt und nicht zwischen zwei Fenstern am Bildschirm. Körperliche Anspannungszeichen wie hochgezogene Schultern oder flaches Atmen treten bei Ihnen eher situativ auf und lösen sich rasch.
Beruflich arbeiten Sie bevorzugt fokussiert an einer Sache und lassen sich von Terminen lenken statt treiben. Kolleginnen und Kollegen erleben Sie häufig als ruhenden Pol, der in hektischen Phasen deeskaliert. Eine Kehrseite existiert allerdings: In Umgebungen, die sichtbare Geschäftigkeit mit Engagement verwechseln, kann Ihre Ruhe als Desinteresse fehlgedeutet werden – dann lohnt es sich, Ergebnisse aktiv sichtbar zu machen.
In Beziehungen zahlt sich Ihre geringe Reizbarkeit aus: Sie geraten selten in Konkurrenz mit Freunden, nehmen Verspätungen nicht persönlich und müssen Diskussionen nicht gewinnen. Achten sollten Sie auf einen anderen Punkt: Ohne äußeren Druck neigen manche Typ-B-Menschen dazu, Unangenehmes lange vor sich herzuschieben – vom Steuerbescheid bis zum überfälligen Konfliktgespräch.
Was können Sie jetzt tun?
Setzen Sie Ihre Gelassenheit bewusst als Kompetenz ein, statt sie nur als angenehme Eigenschaft zu betrachten. In Teams sind Sie prädestiniert für moderierende Rollen, für Krisensituationen und für Aufgaben, die Sorgfalt vor Geschwindigkeit verlangen. Benennen Sie zugleich klar Ihre Grenzen: Gerade ruhigen Menschen wird gern zusätzliche Arbeit zugeschoben, weil sie selten protestieren.
Wo Tempo unvermeidlich gefordert ist, hilft Ihnen Selbststrukturierung mehr als Anspannung: kleine Etappenziele, feste Zeitfenster für unliebsame Pflichten, sichtbare Erledigungslisten. Da äußerer Druck Sie weniger antreibt als andere, brauchen Sie funktionierende eigene Startmechanismen – etwa die Regel, eine aufgeschobene Aufgabe täglich als Erstes zehn Minuten lang anzufassen.
Behalten Sie den Wert als persönliche Referenz: Wiederholen Sie den Test in einer belasteten Lebensphase. Steigt Ihre Punktzahl dann deutlich, verschieben offenbar die Umstände Ihren Stil – ein nützliches Frühwarnsignal, lange bevor Schlaf oder Stimmung leiden. Sinnvoll bleibt außerdem alles, was Gelassenheit stabilisiert: Bewegung, verlässliche Schlafzeiten, Zeit ohne Bildschirm.
Grenzen dieses Tests
Die größte Fehlerquelle bei niedrigen Werten ist das geschönte Selbstbild. Fragen Sie zur Kontrolle eine nahestehende Person, wie sie Ihre Ungeduld, Ihr Redetempo und Ihren Umgang mit Wartezeiten erlebt – weicht die Fremdeinschätzung deutlich ab, liegt Ihr realer Wert vermutlich höher.
Zudem decken zehn Aussagen nur die Kernfacetten des Konstrukts ab, und es fehlen normierte Vergleichswerte aus einer Bevölkerungsstichprobe. Über Gesundheit, Stressniveau oder Leistungsfähigkeit trifft die Einstufung keinerlei Aussage; sie beschreibt ausschließlich einen Verhaltensstil zum jetzigen Zeitpunkt.
Quellen
- Friedman M, Rosenman RH (1974). Type A Behavior and Your Heart. Alfred A. Knopf, New York.
- Jenkins CD, Rosenman RH, Friedman M (1967). Development of an objective psychological test for the determination of the coronary-prone behavior pattern in employed men. Journal of Chronic Diseases, 20(6), 371–379.
- Booth-Kewley S, Friedman HS (1987). Psychological predictors of heart disease: A quantitative review. Psychological Bulletin, 101(3), 343–362.
- Chida Y, Steptoe A (2009). The association of anger and hostility with future coronary heart disease: A meta-analytic review of prospective evidence. Journal of the American College of Cardiology, 53(11), 936–946.
Weitere mögliche Ergebnisse
- Überwiegend Typ B mit Typ-A-Momenten (8–15 Punkte)
Grundsätzlich bleiben Sie gelassen, doch in bestimmten Situationen schalten Ehrgeiz und Ungeduld spürbar hoch. Entscheidend ist, Ihre persönlichen Auslöser zu kennen.
- Deutliche Typ-A-Tendenz (16–23 Punkte)
Tempo, Ehrgeiz und Ungeduld bestimmen viele Ihrer Tage. Das Muster bringt Ihnen Leistung ein – fordert aber erkennbar Tribut bei Erholung, Körper und Beziehungen.
- Ausgeprägtes Typ-A-Muster (24–30 Punkte)
Nahezu alle Aussagen zu Zeitdruck, Wettbewerb und Rastlosigkeit treffen auf Sie zu. Ziehen Sie ehrlich Bilanz, was dieses Dauertempo Sie an Erholung, Gesundheit und Nähe kostet.