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Generalisierte Angststörung (GAS)

Die generalisierte Angststörung (GAS) ist gekennzeichnet durch anhaltende, übermäßige und schwer kontrollierbare Sorgen, die sich auf viele verschiedene Lebensbereiche richten – Gesundheit, Finanzen, Familie, Beruf oder alltägliche Kleinigkeiten. Anders als bei einer Phobie gibt es kein einzelnes gefürchtetes Objekt: Der Sorgenfokus wandert, die innere Alarmbereitschaft bleibt.

Nach den Klassifikationssystemen ICD-11 und DSM-5 müssen die Beschwerden über mindestens sechs Monate an der Mehrzahl der Tage bestehen und mit deutlichem Leiden oder Einschränkungen einhergehen, damit von einer Störung gesprochen wird.

Symptombild: Sorgenketten und Daueranspannung

Im Zentrum steht das sogenannte pathologische Sorgen: gedankliche Was-wäre-wenn-Ketten, die von einem befürchteten Szenario zum nächsten springen und sich kaum unterbrechen lassen. Betroffene beschreiben häufig das Gefühl, das Sorgen nicht abstellen zu können, selbst wenn sie erkennen, dass die Befürchtungen übertrieben sind.

Begleitend treten körperliche und psychische Spannungszeichen auf: Ruhelosigkeit, schnelle Ermüdbarkeit, Konzentrationsprobleme, Reizbarkeit, Muskelverspannungen – oft im Nacken- und Schulterbereich – sowie Ein- und Durchschlafstörungen. Viele Betroffene suchen zunächst wegen dieser körperlichen Beschwerden ärztlichen Rat, ohne die dahinterliegende Angstproblematik zu benennen.

Wie häufig ist die Störung?

Epidemiologische Untersuchungen schätzen, dass etwa 4 bis 6 Prozent der Bevölkerung im Laufe des Lebens eine generalisierte Angststörung entwickeln; innerhalb eines Jahres sind rund 2 bis 3 Prozent betroffen. Frauen erhalten die Diagnose ungefähr doppelt so oft wie Männer. Der Beginn liegt häufig im mittleren Erwachsenenalter, der Verlauf ist ohne Behandlung oft chronisch-schwankend.

In der hausärztlichen Versorgung zählt die GAS zu den häufigsten Angsterkrankungen, wird dort aber vergleichsweise selten erkannt – unter anderem, weil körperliche Symptome im Vordergrund stehen und Sorgen von vielen als Charaktereigenschaft statt als Beschwerde gedeutet werden.

Abgrenzung zu normalen Sorgen

Sich Sorgen zu machen ist zunächst eine sinnvolle Funktion des Denkens: Es lenkt Aufmerksamkeit auf mögliche Probleme und bereitet Handeln vor. Von einer Störung spricht man erst, wenn mehrere Merkmale zusammenkommen: Die Sorgen betreffen viele Themen gleichzeitig, nehmen einen großen Teil des Tages ein, werden als unkontrollierbar erlebt und gehen mit anhaltender Anspannung einher.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Konsequenz im Verhalten: Alltagssorgen führen typischerweise zu einer Handlung oder klingen ab, wenn das Thema geklärt ist. Pathologisches Sorgen dagegen dreht sich weiter, verlagert sich auf neue Inhalte und zieht oft Rückversicherung, Aufschieben von Entscheidungen oder das Meiden von Nachrichten nach sich.

Behandlung: kognitive Verhaltenstherapie als Verfahren erster Wahl

Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) gilt nach der Studienlage als wirksamste psychotherapeutische Behandlung der GAS und wird in Leitlinien als Verfahren erster Wahl empfohlen. Bearbeitet werden unter anderem die Überschätzung von Gefahren, die Unverträglichkeit von Ungewissheit sowie Annahmen über den Nutzen des Sorgens – etwa die Überzeugung, durch Sorgen vorbereitet zu sein oder Unglück abwenden zu können.

Ergänzend kommen Entspannungsverfahren und die gezielte Konfrontation mit Sorgeninhalten zum Einsatz. Bei ausgeprägter Symptomatik kann zusätzlich eine medikamentöse Behandlung erwogen werden; die Entscheidung darüber gehört in ärztliche oder psychotherapeutische Hände. Wer über Monate von Sorgen und Anspannung begleitet wird, sollte professionelle Abklärung in Anspruch nehmen.

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Quellen