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Hochstapler-Syndrom-Test: Fühlen sich Ihre Erfolge unverdient an?

Trotz guter Ergebnisse das Gefühl, alle zu täuschen? Zehn Aussagen zu Erfolg, Lob und der Angst vor Entlarvung zeigen, wie stark das Hochstapler-Phänomen Ihr Selbstbild prägt – und was dagegen wirkt.

Test starten 10 Fragen · 2 Min. · kostenlos

Worum geht es in diesem Test?

Das Hochstapler-Phänomen, oft Impostor-Syndrom genannt, beschreibt eine hartnäckige Diskrepanz: Objektiv erbringen Betroffene gute Leistungen, subjektiv halten sie sich für Blender, deren Enttarnung nur eine Frage der Zeit ist. Erfolge werden Glück, Zufall oder nachsichtigen Bewertern zugeschrieben, Misserfolge dagegen der eigenen Unfähigkeit. Dieser Test fragt genau diese Bausteine ab: Erfolgsattribution, Umgang mit Lob, Entlarvungsangst, Übervorbereitung und den Vergleich mit anderen.

Der Test umfasst zehn Aussagen mit vierstufiger Antwortskala und ist in gut zwei Minuten beantwortet. Aus der Summe von 0 bis 30 Punkten ergibt sich eine von vier Ausprägungen – von kaum vorhandenen bis zu starken Hochstapler-Gefühlen. Zu jeder Stufe erhalten Sie eine Einordnung in die Forschungslage, typische Alltagssituationen und konkrete Gegenstrategien mit Belegcharakter.

Gedacht ist der Test für Menschen, die Anerkennung innerlich abwerten, sich vor jeder Bewertungssituation für unterqualifiziert halten oder nach Beförderungen das Gefühl haben, versehentlich befördert worden zu sein. Auch wer klären möchte, ob gelegentliche Kompetenzzweifel schon ein Muster bilden, findet hier eine Standortbestimmung.

Mögliche Ergebnisse

Methodik & Hintergrund

Begrifflich geht das Phänomen auf Pauline Clance und Suzanne Imes zurück, die 1978 bei beruflich erfolgreichen Frauen ein wiederkehrendes Muster aus Kompetenzzweifeln, externaler Erfolgserklärung und Entlarvungsangst beschrieben. Clance entwickelte daraus 1985 die Clance Impostor Phenomenon Scale (CIPS) mit 20 Items, die bis heute das meistgenutzte Messinstrument ist. Unsere zehn Aussagen greifen deren Kernbereiche in verdichteter Form auf.

Die Forschungslage ist umfangreich: Eine systematische Übersicht von Bravata und Kollegen (2020) über 62 Studien fand Impostor-Erleben – je nach Instrument und Schwellenwert – bei 9 bis 82 Prozent der Befragten, gehäuft in Medizin, Wissenschaft und Technik. Das Phänomen ist keine Diagnose in ICD oder DSM, zeigt aber konsistente Zusammenhänge mit Angstsymptomen, depressiver Verstimmung und beruflicher Erschöpfung.

Zwei unserer Aussagen sind positiv formuliert und werden umgekehrt gewertet, um Zustimmungstendenzen entgegenzuwirken. Die Stufengrenzen dieses Selbsttests sind inhaltlich gesetzt und keine normierten Grenzwerte der CIPS. Gemessen wird ein Erlebensmuster per Selbstauskunft – über Ihre tatsächliche fachliche Kompetenz sagt das Ergebnis nichts aus.

Häufige Fragen

Ist das Hochstapler-Syndrom eine psychische Erkrankung?

Nein. Weder ICD-11 noch DSM-5 führen es als Diagnose; Fachleute sprechen deshalb bevorzugt vom Hochstapler- oder Impostor-Phänomen. Gemeint ist ein Erlebensmuster: anhaltende Zweifel an der eigenen Kompetenz trotz objektiver Erfolge, verbunden mit der Angst, als Betrüger entlarvt zu werden. Es kann allerdings mit Angstsymptomen, Erschöpfung und depressiver Verstimmung einhergehen und dann durchaus ein Behandlungsanlass sein.

Wie viele Menschen kennen Hochstapler-Gefühle?

Die Übersichtsarbeit von Bravata und Kollegen (2020) wertete 62 Studien aus und fand – je nach Messinstrument, Schwellenwert und Stichprobe – Häufigkeiten zwischen 9 und 82 Prozent. Besonders verbreitet ist das Erleben in Hochleistungsumfeldern wie Medizin, Wissenschaft und Technik sowie in Übergangsphasen, etwa nach Beförderungen oder zu Studienbeginn. Gelegentliche Impostor-Gedanken sind demnach eher normal als selten.

Betrifft das Phänomen nur Frauen?

Nein. Clance und Imes beschrieben es 1978 zwar anhand beruflich erfolgreicher Frauen, doch spätere Untersuchungen fanden bei Männern vergleichbare Häufigkeiten. Unterschiede zeigen sich eher im Umgang: Männer sprechen seltener über solche Zweifel und meiden Bewertungssituationen nach Misserfolgen teils stärker. Zusätzlich betroffen sind Personen, die in ihrem Umfeld einer Minderheit angehören und wenig Bestätigung erhalten.

Warum verschwinden die Zweifel nicht mit wachsendem Erfolg?

Weil das Muster jeden Erfolg umdeutet: Er wird Glück, Beziehungen, niedrigen Anforderungen oder der eigenen Übervorbereitung zugeschrieben – nur nicht der Kompetenz. So erreicht die Erfolgsbilanz das Selbstbild nie. Hinzu kommt, dass Aufstiege die Vergleichsgruppe verstärken: Wer befördert wird, misst sich fortan an noch erfahreneren Menschen, was die gefühlte Lücke zunächst vergrößert statt verkleinert.

Was hilft nachweislich gegen das Hochstapler-Erleben?

Wirksam sind Ansätze, die an der Erfolgsattribution arbeiten: dokumentierte Belege eigener Leistungen, konkretes kriterienbezogenes Feedback, das Aussprechen der Zweifel gegenüber Mentoren oder Kollegen sowie kognitive Verhaltenstherapie bei Leidensdruck. Reine Bestätigung von außen genügt selten, weil Komplimente vom Muster entwertet werden – wirkungsvoller ist das systematische Überprüfen der eigenen Erklärungen für Erfolge.

Quellen

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