Zum Inhalt springen
Ψ PsychoTest Kompass

Prokrastination-Test: Wie stark bremst Sie das Aufschieben?

Zehn Fragen dazu, wie Sie mit anstehenden Aufgaben umgehen – vom Steuerformular bis zum Großprojekt. Als Vorbilder dienen die General Procrastination Scale von Clarry Lay und die Irrational Procrastination Scale von Piers Steel.

Test starten 10 Fragen · 2 Min. · kostenlos

Worum geht es in diesem Test?

Prokrastination meint mehr als Trödeln: Gemeint ist das freiwillige Aufschieben einer beabsichtigten Handlung, obwohl man weiß, dass man dadurch schlechter dasteht. Dieser Selbsttest misst, wie stark dieses Muster Ihr Handeln prägt – über verschiedene Lebensbereiche hinweg, von Behördenpost über Besorgungen bis zu beruflichen Projekten. Zwei Fragen sind bewusst umgekehrt formuliert und erfassen zügiges Anpacken.

Am Ende steht ein Punktwert von 0 bis 30, eingeteilt in vier Stufen – von kaum vorhandenem bis zu chronischem Aufschieben. Jede Stufe wird ausführlich aufgeschlüsselt: welcher Mechanismus dem Muster zugrunde liegt, wie es sich in Arbeit und Privatleben niederschlägt und welche Techniken der Selbstregulationsforschung nachweislich helfen – vom präzisen Wenn-dann-Plan über Arbeitsintervalle bis zum Umbau der Arbeitsumgebung.

Der Test lohnt sich für alle, die ihre Deadlines regelmäßig nur im Sprint erreichen, für Studierende vor Abschlussarbeiten, für Selbstständige ohne äußere Fristen – und für Menschen, die wissen möchten, ob ihr Aufschieben noch Alltagsvariante oder schon ein ernstes Selbststeuerungsproblem ist. Nach einer Umstellungsphase von einigen Wochen zeigt eine Wiederholung, ob die neuen Strategien greifen.

Mögliche Ergebnisse

Methodik & Hintergrund

Der Test lehnt sich an zwei Forschungslinien an: die General Procrastination Scale von Clarry Lay (1986), die Aufschieben als bereichsübergreifende Verhaltensneigung im Alltag erfasst, und die Irrational Procrastination Scale von Piers Steel (2010), die den Kern des Phänomens betont – das Verzögern gegen die eigene bessere Einsicht. Die Fragen dieses Tests decken beide Aspekte mit eigenen Formulierungen ab; Punktbereiche und Stufen sind eigenständige Orientierungswerte, keine übernommenen Normen.

Beantwortet wird auf einer vierstufigen Skala, wie typisch jede Beschreibung für Sie ist (0 bis 3 Punkte); die zwei umgekehrt gepolten Fragen werden bei der Auswertung gespiegelt. Die Forschung ordnet Prokrastination heute überwiegend als Problem der Selbstregulation ein, nicht des Zeitmanagements: In Steels Metaanalyse von 2007 zeigte sie enge Zusammenhänge mit Impulsivität und geringer Gewissenhaftigkeit, während bloße Terminplanung wenig erklärte. Etwa jeder fünfte Erwachsene gilt in Befragungen als chronischer Aufschieber.

Zur Transparenz gehört: Ein Kurztest kann die Ausprägung des Musters schätzen, aber nicht seine Ursachen bestimmen. Anhaltendes, leidvolles Aufschieben kann auch Begleiterscheinung einer Depression, einer Angststörung oder einer ADHS sein – solche Abgrenzungen leistet nur eine fachliche Diagnostik. Der Punktwert ist eine Standortbestimmung Ihres Arbeits- und Erledigungsverhaltens, keine klinische Aussage.

Häufige Fragen

Ist Prokrastination einfach ein anderes Wort für Faulheit?

Nein, die beiden Muster unterscheiden sich grundlegend. Faulheit wäre die entspannte Entscheidung gegen Anstrengung – ohne Absicht und ohne schlechtes Gewissen. Prokrastination dagegen ist das Scheitern an der eigenen Absicht: Betroffene wollen die Aufgabe erledigen, leiden unter dem Verzug und sind währenddessen oft mit Ersatztätigkeiten sogar fleißig. Die Forschung beschreibt Aufschieben deshalb als Selbstregulationsversagen mit hoher innerer Anspannung – das Gegenteil von Trägheit.

Wo endet normales Verschieben, wo beginnt problematisches Aufschieben?

Drei Kriterien trennen die Bereiche: Erstens die Freiwilligkeit – Sie verzögern, obwohl nichts Sie daran hindert anzufangen. Zweitens die erwartbare Verschlechterung – der Aufschub macht die Sache teurer, stressiger oder riskanter, und Sie wissen das. Drittens das Unbehagen – echter Aufschub nagt. Wer eine Aufgabe bewusst terminiert, weil gerade Wichtigeres ansteht, priorisiert; wer sie gegen besseres Wissen vor sich herschiebt, prokrastiniert.

Manche behaupten, unter Zeitdruck am besten zu arbeiten – stimmt das?

Die Behauptung hält empirischer Prüfung nicht stand. Piers Steel untersuchte gezielt den Typ des Erregungs-Aufschiebers, der den Termindruck angeblich braucht, und fand keine Belege für bessere Leistungen – wohl aber für mehr Fehler, weniger Überarbeitungsschleifen und schlechtere Bewertungen. Real ist der Adrenalinschub des Endspurts, der sich wie Höchstform anfühlt. Verwechselt wird also das Erleben von Intensität mit der Qualität des Ergebnisses.

Ab wann sollte man sich wegen Aufschiebens professionelle Hilfe holen?

Spätestens dann, wenn das Muster trotz ernsthafter eigener Gegenversuche über Monate bestehen bleibt und greifbaren Schaden anrichtet – gefährdete Abschlüsse, Abmahnungen, Finanzprobleme, belastete Beziehungen – oder wenn erheblicher Leidensdruck entsteht. Anlaufstellen sind die psychotherapeutische Sprechstunde (Vermittlung über die 116 117), für Studierende die psychologischen Beratungsstellen der Hochschulen sowie spezialisierte Angebote wie die Prokrastinationsambulanz in Münster. Auch eine Abklärung auf ADHS oder Depression kann sinnvoll sein.

Sieht jemand, welche Antworten ich in diesem Test gebe?

Niemand außer Ihnen. Der Fragebogen wird komplett clientseitig ausgewertet, also direkt auf Ihrem Gerät; es existiert kein Nutzerkonto, und es fließen keine Antwortdaten an Server oder Drittanbieter. Sie können also auch die unschmeichelhaften Aussagen – verpasste Fristen, gezahlte Mahngebühren – ehrlich bewerten. Je ungeschönter Ihre Angaben, desto brauchbarer ist der Punktwert als Ausgangsbasis für Veränderung.

Quellen

Test starten

Zum Weiterlesen

Ähnliche Tests

Achtsamkeits-Test: Wie präsent sind Sie in Ihrem Alltag?

Zehn Alltagssituationen zeigen, wie oft Sie mit der Aufmerksamkeit wirklich bei dem sind, was Sie gerade tun – und wie oft der Autopilot übernimmt. Vorbild ist die Mindful Attention Awareness Scale, das bekannteste Messinstrument der Achtsamkeitsforschung.

10 Fragen · 2 Min. · kostenlos

Chronotyp-Test: Sind Sie Morgentyp oder Abendtyp?

Wann Sie am leistungsfähigsten sind, wann Sie müde werden und wie schwer Ihnen frühes Aufstehen fällt, steuert zu einem erheblichen Teil Ihre innere Uhr. Dieser Selbsttest orientiert sich am Morningness-Eveningness-Questionnaire (MEQ) von Horne und Östberg und ordnet Sie anhand von zehn Aussagen auf dem Spektrum zwischen ausgeprägtem Abendtyp und ausgeprägtem Morgentyp ein.

10 Fragen · 2 Min. · kostenlos

Handysucht-Test: Wie stark hat Ihr Smartphone Sie im Griff?

Zehn Aussagen über Griffreflexe, Kontrollverlust und die Spuren des Smartphones in Schlaf, Arbeit und Beziehungen. Vorbild ist die Smartphone Addiction Scale (SAS-SV) von Kwon und Kollegen, das international meistgenutzte Screening für problematische Smartphone-Nutzung.

10 Fragen · 2 Min. · kostenlos

Screening

Schlafqualität-Test: Wie erholsam schlafen Sie wirklich?

Zehn Fragen zu Einschlafdauer, nächtlichem Erwachen, morgendlicher Erholung und Müdigkeit am Tag. Als Vorbilder dienen der Pittsburgh Sleep Quality Index (PSQI) und der Insomnia Severity Index (ISI), zwei Standardinstrumente der Schlafforschung.

10 Fragen · 2 Min. · kostenlos